Besucherrekord an der Leipziger Buchmesse: 175'000 Gäste kamen an die Frühjahrsschau der Buchbranche, so viele wie nie zuvor. Die Schweiz als diesjähriges Schwerpunktland zeigte sich "überaus zufrieden" mit der Messe.
Am Ende der Leipziger Buchmesse 2014 trifft man nur auf zufriedene Gesichter. Der Messe-Direktor Oliver Zille freut sich über den Besucherrekord. Die Aussteller loben das Interesse der Besucher für ihre Angebote. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels blickt optimistisch auf das Jahr 2014. Und auch die Schweiz zieht eine sehr positive Bilanz ihres Auftritts.
"Leipzig liest" und der Rest des Landes liest mit - das ist die Botschaft, die von der Frühjahrsschau und ihrem gleichnamigen begleitenden Lese-Festival ausgehen soll. Zusammen mit "Leipzig liest" seien 237'000 Bücherfreunde von dem Frühjahrsevent angezogen worden, teilten die Organisatoren am Sonntag mit.
Trendbarometer im Frühling
Allen Abgesängen auf das Buch zum Trotz zieht die Frühjahrsschau von Jahr zu Jahr mehr Interessierte an. 2013 waren 168'000 Besucher gezählt worden, 2012 waren es 163'500. Auf der Buchmesse hatten sich seit Donnerstag knapp 2200 Aussteller aus 42 Ländern präsentiert."Wir haben eine stimmungsvolle Buchmesse 2014 erlebt mit sehr interessierten Besuchern und zufriedenen Ausstellern", sagte Messe- Direktor Oliver Zille.
Die Leipziger Buchmesse gilt als Trendbarometer im Frühling, die grössere Frankfurter Buchmesse im Herbst als internationale Geschäftsplattform. Das Konzept der Leipziger Publikumsmesse ist es eher, Aufmerksamkeit für das Buch zu generieren durch die direkten Kontakte von Verlagen, Autoren und Leserschaft. Das scheint von Jahr zu Jahr mehr aufzugehen, wenn die Besucherzahlen ein Indikator dafür sein können.
"Neues Selbstbewusstsein des Buchhandels"
Bei den Ausstellern sorgte der grosse Besucherandrang für gute Laune. Vertriebsleiter Reinhold Joppich vom Verlag Kiepenheuer & Witsch sprach von einer "grossartigen Stimmung" auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse. Tanja Postpischil, Sprecherin des Suhrkamp Verlages, sagte, es gebe eine "enthusiasmierte Stimmung für das Buch". Zudem suche das Lesefestival "Leipzig liest" seinesgleichen. Daran beteiligten sich in diesem Jahr rund 3000 Autoren und Mitwirkende an 410 verschiedenen Orten in der Stadt.
Der Vorsteher des Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller, erklärte: "Die Leipziger Buchmesse zeigt sich weltoffen, jung und politisch. Die hier gezeigte Begeisterung für Bücher geht Hand in Hand mit dem neuen Selbstbewusstsein des Buchhandels vor Ort. Das lebhafte Interesse vor allem auch der jungen Menschen zeigt, wie aktuell Bücher und das Lesen für diese Generation sind."
Erwartungen der Schweiz übertroffen
Die Schweiz zog eine "überaus positive" Bilanz ihres Auftritts. "Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen. Was die Veranstaltungen adelte, war das grosse Interesse des Publikums", erklärte Marianne Sax, Präsidentin des Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verbands (SBVV), am Sonntag in einer Medienmitteilung.
Die Schweizer Buchbranche war mit mehr als 80 Autorinnen und Autoren, darunter etwa Lukas Bärfuss, Adolf Muschg, Dorothee Elmiger oder Martin Suter, nach Leipzig gereist. Der SBVV wollte mit dem "Auftritt Schweiz" eine grössere Aufmerksamkeit für Schweizer Autoren und Verlage in Deutschland erreichen. Dies sei gelungen, "mehr als wir je erwartet hätten", sagte SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf. "Wir sind überglücklich."
Der nächste grosse Branchentreff, die Frankfurter Buchmesse, findet vom 8. Bis 12. Oktober 2014 statt. (sda)