Beim SonntagsBlick scheint man ein besonders inniges Verhältnis zur Automarke Toyota zu pflegen. Dies beginnt bei Chefredaktor Christoph Grenacher: Bereits über 546'000 Kilometer hat er mit seinem Toyota zurückgelegt, und damit insgesamt dreizehn Mal die Erdkugel umrundet. Das ist rekordverdächtig -- und für Grenacher Grund genug, diese Leistung in einem Image-Spot zum 40 Jahre Jubiläum der japanischen Automarke in der Schweiz kund zu tun und darin den "tollen Mechanikern der Toyota-Garage" ein Kränzlein zu winden. Zu sehen war der 180-sekündige Longspot zum Jahresbeginn auf SF 1, wie presseverein.ch berichtet. Nur eine Woche vor Weihnachten bot der Ringier-Titel in seinem Magazin "Sie & Er" dem Toyota-Importeur Walter Frey in einem mehrseitigen Interview Gelegenheit, den Lesern zu erklären, wie sein Vater die Automarke in die Schweiz brachte und er dessen Werk und Philosophie fortsetzt. In der Ausgabe ebenfalls zu finden war eine Anzeigenstrecke von Toyota.
Einen Zusammenhang zwischen seinem Werbeauftritt und dem Interview mit Walter Frey gibt es laut Grenacher in "keiner Art und Weise": "Ich habe dieses Interview gerne im SonntagsBlick-Magazin abgedruckt -- weil Walter Frey eine interessante Person des wirtschaftlichen Lebens der Schweiz ist", sagt Grenacher gegenüber "persoenlich.com". Sich für einer der grössten Werbeauftraggeber der Automobilbranche vor den Karren spannen zu lassen -- auch darin sieht er kein Problem. Es gilt zwischen dem Chefredaktor Grenacher und dem Privatmann Grenacher zu unterscheiden. "Ich wäre nie als Chefredaktor des SonntagsBlick vor die Kamera getreten. Ich fahre als Privatperson bloss zufälligerweise Toyota." Im Werbefilm fehlt denn auch neben der Namenseinblendung die Berufsbezeichnung Grenachers. Für seinen Auftritt in Diensten Toyotas erhält Grenacher nach eigenen Aussagen keinen Rappen, was auch von der für die Werbung zuständigen Agentur Wirz Werbung bestätigt wird. Allenfalls soll Grenacher -- wie auch die weiteren Kunden, die im Spot zu sehen sind -- ein Überraschungsgeschenk von Toyota bekommen.
Über seinen Werbeauftritt hat Grenacher seinen Arbeitgeber Ringier nicht in Kenntnis gesetzt: "Ich habe nicht um Erlaubnis gefragt, beim Spot mitzumachen, weil ich weder als Chefredaktor des SonntagsBlick noch als Journalist auftrete, sondern als Christoph Grenacher." Bei Ringier gilt kein Werbeverbot für die Mitarbeiter. Anfragen für Produktewerbung sind nach Aussagen vom Ringier-Presseverantwortlichen Marco Castellaneta sehr selten, man sage auch "eher zurückhaltend" zu. Bei Grenachers Auftritt im Toyota Langspot handelt es sich jedoch laut Castellaneta um "eine besondere Situation". Im Spot stehe eben nicht Grenacher im Mittelpunkt, sondern sein Auto mit der selten hohen Kilometerzahl, so der Presseverantwortliche gegenüber "persoenlich.com". (dvp)
Der Toyota-Spot lässt sich ansehen unter: