Soll mit VSD fusionieren

Viscom - Nur ein Verband für die Schweizerische grafische Industrie?

Die Schweizerische grafische Industrie steht vor gewaltigen Herausforderungen. Überkapazitäten, sinkende Preise und eine rückläufige Gesamtnachfrage für Druckerzeugnisse prägen die Branchensituation. Eine aggressive Konkurrenz aus dem Ausland - gestärkt durch einen schwachen Eurokurs - und ein verschärfter Wettbewerb um Marktanteile zwischen klassischen Print-, Online- und Mobilmedien erhöhen den Anpassungsdruck auf die grafischen Unternehmen in der Schweiz. Die Schweizerische grafische Industrie braucht heute einen einzigen, schlagkräftigen Branchenverband, dessen zentrale Aufgabe es ist, den laufenden Veränderungsprozess unterstützend zu begleiten, wie es in einer Mitteilung heisst.

Mit dem Schweizerischen Verband für visuelle Kommunikation Viscom (zirka 700 Mitglieder) und dem Verband der Schweizer Druckindustrie VSD (zirka 150 Mitglieder) kennt die Schweizerische grafische Industrie zwei Verbände mit einer eigenen Geschichte und einer unterschiedlichen Leistungspalette. Beide Verbände erbringen aber auch Leistungen, die sich konkurrenzieren und zu einem ungünstigen Ressourceneinsatz führen. Ein Zusammengehen der Verbände ist deshalb auf Grund des vorhandenen Synergiepotenzials, der besseren Ressourcenallokation, der gleichartig gelagerten Mitgliederinteressen und der enormen strukturellen Herausforderungen in der Schweizerischen grafischen Industrie ein Gebot der Stunde.

Der Zentralvorstand des Viscom hat an seiner Sitzung vom 26. August 2011 einstimmig beschlossen, die Verbandsspitze des VSD zu Gesprächen aufzufordern, die das Ziel verfolgen, einen einzigen Branchenverband zu bilden. Es sei daran erinnert, dass bereits zweimal, nämlich 1985 und 1994, der VSD auf Initiative des Viscom eine Fusion der Verbände ablehnte. Viscom ist der Meinung, dass jetzt die Zeit für einen einzigen Verband reifer denn je ist und den Worten Taten folgen müssen, wie sie scheibt.