24.05.2021

CH Media

Solothurner Zeitung verärgert den Kanton

Der Regierungsrat ist mit der Berichterstattung unzufrieden und trifft sich nun mit Verleger Peter Wanner.
CH Media: Solothurner Zeitung verärgert den Kanton
Der Solothurner Regierungsrat verlangt mit Peter Wanner eine Aussprache. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

«Der Regierungsrat bekundet seit einiger Zeit und in zunehmendem Masse Mühe mit der Berichterstattung von Chefredaktor Balz Bruder», heisst es in einem Schreiben des Solothurner Regierungsrats an Peter Wanner, Verleger von CH Media. So kolportiere Bruder in der Solothurner Zeitung Gerüchte oder Berichte einseitig. «Hier besteht Klärungsbedarf», heisst es im Schreiben weiter, aus dem der Tages-Anzeiger zitiert.

Der Regierungsrat schlägt ein Treffen mit Wanner vor. Dieses soll nun Ende Juni stattfinden, wie es im Tages-Anzeiger weiter heisst. Verleger Wanner und Chefredaktor Bruder wollten sich gegenüber der Zeitung nicht äussern.

Die Unternehmenskommunikation von CH Media liess verlauten, dass es «nichts Aussergewöhnliches» sei, «dass sich eine Kantonsregierung an der kritischen Berichterstattung störe». Der Einladung werde man nachkommen. (cbe)


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KOMMENTARE

Rudolf Bolli
27.05.2021 12:42 Uhr
"Der Regierungsrat schlägt ein Treffen vor" heisst es gemäss "Tages-Anzeiger" . Er lädt nicht vor, und er zitiert nicht. Was ist daran ungehörig? Die Medien verlangen ja von Regierungsräten auch immer wieder, dass sie ihnen Red' und Antwort stehen.
Ueli Custer
25.05.2021 08:41 Uhr
Zur journalistischen Sorgfaltspflicht gehört auch, dass man immer beide Seiten anhört und die Argumente beider Seiten berücksichtigt. Als Leser der SZ weiss ich, dass das nicht konsequent so gehandhabt wird. Beliebt sind vor allem die Randspalten in denen man vorzugsweise Gerüchte verbreitet.
Jan Mühlethaler
25.05.2021 08:16 Uhr
Warum soll sich der Regierungsrat des Kantons Solothurn nicht mit Peter Wanner treffen können? Wer unzufrieden mit der Berichterstattung eines Mediums ist, soll dies kundtun dürfen; das hat nichts damit zu tun, dass die Unabhängigkeit in Frage gestellt werden würde.
Arthur Meyer
23.05.2021 08:47 Uhr
Ein Zeitungsverleger wird von der Regierung vorgeladen. In welchem Land befinden wir uns?
Raphael Weber
21.05.2021 22:11 Uhr
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing... Ob die Regierung sonst möglicher weise die Subventionen kürzen?
Rudolf Penzinger
21.05.2021 17:34 Uhr
Das tönt fatal nach der Praxis in totalitären Regimen: Ein Zeitungsverleger wird vor die versammelte Regierung zitiert. Welche Sanktionen werden ihm wohl angedroht? Hoffentlich darf der gouvernemental Gescholtene wenigstens dabei sein und wird nicht in Abwesenheit verurteilt.
Sebastian Renold
21.05.2021 17:26 Uhr
"Journalismus heisst, etwas zu publizieren, von dem jemand will, dass es nicht publiziert wird. Alles andere ist Public Relations." (George Orwell)
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