31.07.2022

Untersuchung

Sonderermittler soll Ringier im Visier haben

Peter Marti, ausserordentlicher Staatsanwalt des Bundes, soll einem Bericht zufolge mögliche Amtsgeheimnisverletzungen des Innendepartements gegenüber Ringier untersuchen. Involviert sein soll auch Marc Walder, der CEO des Medienhauses.
Untersuchung: Sonderermittler soll Ringier im Visier haben
Sonderermittler Peter Marti ermittelt gemäss der NZZ am Sonntag, ob es während der Coronapandemie einen direkten Draht zwischen dem Innendepartement des Bundes und Ringier gegeben hat. (Bild: Ringier)

Gibt es einen direkten Draht zwischen dem Bundeshaus und dem Medienhaus Ringier in Zürich? Dieser Frage soll offenbar Sonderermittler Peter Marti nachgehen, wie die NZZ am Sonntag berichtet. Der ehemalige Zürcher Oberrichter, der von der Aufsichtskommission über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) ursprünglich im Zusammenhang mit den Crypto-Leaks eingesetzt worden war, soll auch zu Indiskretionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ermitteln. 

Wie drei voneinander unabhängige Quellen gegenüber der NZZaS bestätigen, soll Marti nun mögliche Amtsgeheimnisverletzungen des Innendepartements gegenüber Ringier untersuchen. Gemäss zwei Quellen sei Ringier-CEO Marc Walder persönlich betroffen beziehungsweise soll er einvernommen worden sein. 

Die Ringier-Medienstelle bestätigt auf Anfrage der Zeitung, dass sie «im Rahmen der Ermittlungen des ausserordentlichen Staatsanwalts des Bundes, Peter Marti, mit einer Untersuchung gegen eine Drittperson konfrontiert» worden sei. Sie betont aber: «Weder die Ringier AG, Tochtergesellschaften, Organe, noch Mitarbeitende sind Beschuldigte in diesem Verfahren. Ringier kooperiert mit den zuständigen Behörden, unter Wahrung des Quellenschutzes. Weitere Kommentare werden aufgrund des laufenden Verfahrens keine gemacht.» (pd/tim)



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Kommentare

  • Pierre Rothschild, 03.08.2022 05:51 Uhr
    Lieber Rudolf Penzinger unsere eidgenössischen Sprichwörter sind beliebt, in diesem Fall bedeuted es: Söihäfeli-Söidecheli Bedeutung: Ra. bzw. verschämte Umschreibung für Korruption, Vetternwirtschaft, Veruntreuung, Unredlichkeit usw., nach dem Motto: Eine Hand wäscht die Andere (wodurch beide dabei schmutzig werden!) So der Text auf www.berndeutsch.ch. - Aber wer hätte denn mit Corona-News profitiert? Die richtigen und wichtigen Infos kamen doch von der Elite der Welt, nicht vom Koch-Studio in Bern. Martis Reise durch den nebligen Pressewald sind - im Moment - eher sinnlos und ohne unsere Werte.
  • Rudolf Penzinger, 02.08.2022 13:52 Uhr
    Man kann, wenn man will, einige dieser "Freundschaften" auch anders sehen: Söihäfeli - Söideckeli...
  • Pierre Rothschild, 01.08.2022 18:47 Uhr
    Medienleute und viele politische Grössen haben weltweit einen engen Kontakt. Dies kann nun wirklich nur weltfremde Zeitgenossen verwundern.... Axel Springer und Adenauer.... Murdoch und Trump... und und und.... Legendär ist die Freundschaft von Helmut Kohl mit dem Bild-Chef Kai Diekmann. Die aktuellen Nachforschungen des Sonderermittlers sind seltsam, da es ja nicht um Milliarden-Deals (Flugzeugbeschaffung) ging und geht, sondern um den optimalen Weg für die Volksgesundheit. In diesem Fall noch in einer Pandemie, die in Bern am Anfang schlecht bekämpft wurde und die Presse nun wirklich brauchte. Wenn es so war, was keiner weiss.

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