Gibt es einen direkten Draht zwischen dem Bundeshaus und dem Medienhaus Ringier in Zürich? Dieser Frage soll offenbar Sonderermittler Peter Marti nachgehen, wie die NZZ am Sonntag berichtet. Der ehemalige Zürcher Oberrichter, der von der Aufsichtskommission über die Bundesanwaltschaft (AB-BA) ursprünglich im Zusammenhang mit den Crypto-Leaks eingesetzt worden war, soll auch zu Indiskretionen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie ermitteln.
Wie drei voneinander unabhängige Quellen gegenüber der NZZaS bestätigen, soll Marti nun mögliche Amtsgeheimnisverletzungen des Innendepartements gegenüber Ringier untersuchen. Gemäss zwei Quellen sei Ringier-CEO Marc Walder persönlich betroffen beziehungsweise soll er einvernommen worden sein.
Die Ringier-Medienstelle bestätigt auf Anfrage der Zeitung, dass sie «im Rahmen der Ermittlungen des ausserordentlichen Staatsanwalts des Bundes, Peter Marti, mit einer Untersuchung gegen eine Drittperson konfrontiert» worden sei. Sie betont aber: «Weder die Ringier AG, Tochtergesellschaften, Organe, noch Mitarbeitende sind Beschuldigte in diesem Verfahren. Ringier kooperiert mit den zuständigen Behörden, unter Wahrung des Quellenschutzes. Weitere Kommentare werden aufgrund des laufenden Verfahrens keine gemacht.» (pd/tim)