Das Schweizer Fernsehen DRS präsentiert ab nächstem Februar im Sonntag-Hauptabendprogramm auschliesslich Schweizer Filme. Einheimische Produktionen haben gemäss TV-Kulturchef Adrian Marthaler heute eine "sehr grosse Akzeptanz beim Publikum". Zur Förderung des freien Schweizer Filmschaffens stellt SF DRS auf Grund des Abkommens "Pacte de l'audiovisuel" mit der Schweizer Filmbranche jährlich 19,3 Millionen Franken zur Verfügung, wie die für Fernsehfilme zuständige Madeleine Hirsiger am Donnerstag an einem Mediengespräch sagte. Diese Filmförderung gebe einen wichtigen Impuls für die Filmbranche.
Am Sonntagabend werden laut Marthaler Premieren von Schweizer Fernsehfilmen, Wiederholungen, Ko-Produktionen, Kinofilme nach der Kinoauswertung sowie ältere Schweizer Filme -- meist aus Anlass eines Geburtstages von Autoren oder Darstellern -- gezeigt. Es habe Platz für alle Genres. Für neue Talente sei der Sendeplatz eine Chance, sagte Hirsiger. Start von "Schweizer Film" ist am 5. Februar 2006 mit dem philosophischen Krimi "Der Keiler", einer Verfilmung von Felix Mettlers gleichnamigem Roman. Die schweizerisch-deutsche Ko-Produktion mit dem deutschen Schauspieler Joachim Krol in der Hauptrolle wird von SF DRS als schweizerdeutsche und vom ZDF als hochdeutsche Synchronfassung gezeigt.
Für den Öko-Thriller "Havarie" sei der in Hollywood lebende Schweizer Oscar-Preisträger Xavier Koller als Regisseur gewonnen worden, sagte Hirsiger. Pro Jahr entstünden durch den "Pacte" acht Fernsehfilme.
Kampf um Kultur am Fernsehen
Bei der Abteilung Kultur von SF DRS gebe es nach "Ratlosigkeit und Wut" über Sparmassnahmen und unattraktiveren Plätze für Kultursendungen eine "Vorwärtsstrategie" im Kampf um Kultur am Fernsehen, sagte Marthaler. Er wünscht eine bessere Vernetzung mit der Kulturwelt und einen aktiveren Dialog mit der Öffentlichkeit. Verbessert wird auch die Zusammenarbeit mit Radio DRS und den TV-Sendern 3sat und Arte.
Die Redaktion "Musik, Tanz, Theater" plant im nächsten Jahr Serien zu Mozart und Schostakowitsch und zum 40-Jahr-Jubiläum des Montreux-Festivals. Zudem wird mit dem Theater Basel ein Symposium zur gesellschaftlichen Relevanz von Musik organisiert. Als weitere Schwerpunkte erwähnte Redaktionleiter Thomas Beck einen Tanzfilm mit Philippe Saire, das Neujahrskonzert eines chinesischen Orchesters, einen Film über das Zürcher Schauspielhaus sowie das Lucerne Festival.