Angesichts der Inhaftierung Dutzender Journalisten in der Türkei hat sich die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) besorgt über die Pressefreiheit in dem Land geäussert. "Derzeit sitzen 57 Journalisten in der Türkei in Haft und die Anzahl der laufenden Prozesse, die zur Inhaftierung von Journalisten führen kann, wird auf 700 bis 1'000 geschätzt", erklärte die OSZE-Medienexpertin Dunja Mijatovic am Montag aus Anlass der Vorstellung eines neuen Berichts der Organisation.
"Die reine Zahl der Fälle wirft grundlegende Fragen zu den rechtlichen Bestimmungen zum Journalismus in der Türkei auf und gibt Anlass zur Sorge, dass die Zahl der Journalisten in Haft weiter steigen könnte", erklärte Mijatovic. In einem Brief an den türkischen Aussenminister Ahmet Davutoglu drängte sie Ankara zur Reformen. Vergangenen Monat wurden in der Türkei sieben Journalisten wegen Verschwörung gegen die Regierung angeklagt. Die Regierung streitet aber ab, dass Journalisten wegen der Ausübung ihres Berufs in Haft sitzen. (sda)