Am Donnerstagmittag wurden die Redaktionen von "Tages-Anzeiger" und Newsnet in einer gemeinsamen Sitzung über die Konvergenz-Strategie informiert. Die Chefredaktoren erklärten den versammelten Journalisten, nach welchem Plan Tamedia die beiden Redaktionen zusammenführen will. Wie Unternehmenskommunikationschef Christoph Zimmer im Anschluss daran gegenüber persoenlich.com bestätigte, ging es dabei um drei wesentliche Punkte:
Kündigungen sind unvermeidbar
Erstens sieht sich der "Tages-Anzeiger" mit einer schwierigen wirtschaftlichen Situation konfrontiert. "Die Verlagerung der Werbung ins Netz ist eine Realität und wir müssen davon ausgehen, dass der verlorene Umsatz nicht zurückkommen wird. Die Werbeerträge der Newsportale gleichen diesen Rückgang bis heute noch nicht auf", so Zimmer. Deshalb wolle man bis Ende 2013 die Kosten weiter senken. Einsparen wolle man mit freiwilligen Frühpensionierungen und natürlicher Fluktuation. "Aber auch Kündigungen werden sich nicht vermeiden lassen", sagte Zimmer. Tamedia sei aber überzeugt, einen wesentlichen Teil der Kosteneinsparungen über Massnahmen ohne Stellenabbau realisieren zu können.
Zweitens: Um die unterschiedlichen publizistischen Kulturen von Tagi-Print und Tagi-Online schrittweise zusammenzuführen, sollen in den nächsten Wochen Teams aus den beiden Redaktionen gemeinsam ein Konzept für eine konvergente Redaktion erarbeiten. Dabei wird das Projektteam unter anderem festlegen, in welchen Bereichen spezialisierte Print- und Online-Kompetenzen weiterhin sinnvoll sind.
Nur noch eine Chefredaktion
Drittens wird es künftig nur noch eine einzige Chefredaktion für den gesamten "Tages-Anzeiger" geben. Momentan verantworten Markus Eisenhut und Res Strehle als Co-Chefs die Print-Redaktion, während Peter Wälty fürs Newsnet zuständig ist. Diese Struktur wird sich nach dem Konvergenzprojekt ändern.
Zudem ist beim Tagi die Paywall weiterhin ein zentrales Thema: Eine Projektgruppe unter der Leitung von Rolf Bollmann, in der unter anderem Res Strehle, Markus Eisenhut und Peter Wälty sowie Verlagsleiter Marcel Tappeiner mitarbeiten, hat die Arbeit aufgenommen und wird in den nächsten Wochen konkrete Umsetzungsideen in Sachen Bezahlmodell entwickeln (vgl. persoenlich.com).
Text: Edith Hollenstein