Der Streit um die Werbeallianz, dann der Austritt von Ringier und Axel Springer und letzte Woche der Rücktritt von Verena Vonarburg: Der Verlegerverband zerfalle, übrig bleibe ein "Scherbenhaufen", wie die "Schweiz am Sonntag" unter Berufung auf Aussagen mehrerer Mitglieder schreibt.
Die Zeitung hat zudem Einzelheiten zum Rücktritt von Vonarburgs recherchiert: Während sich Verbandspräsident Hanspeter Lebrument in den Flitterwochen befand, habe sich die Verbandsarbeit an den Tamedia-Hauptsitz an der Zürcher Werdstrasse verlagert. Supino, der das Departement Recht im Verlegerverband leitet, habe Stellungnahmen zur Werbe-Allianz an die Wettbewerbskommission und das Departement von Medienministerin Doris Leuthard an der Geschäftsstelle vorbei von den eigenen Juristen abfassen lassen und so die Verbandsdirektorin übergangen.
Lebrument muss nun nicht nur einen Schrebenhaufen aufräumen, sondern sehe sich zudem mit finanziellen Problemen konfrontiert. Ringier müsste dem Verlegerverband gemäss Statuten auch noch für 2016 einen sechsstelligen Mitgliederbeitrag überweisen, was das per sofort ausgetretene Verlagshaus bestreitet. Der Fall beschäftigt die Juristen, so die "Schweiz am Sonntag".
Für die Nachfolge Lebruments dränge sich mangels Alternativen Pietro Supino als neuer Präsident auf. (SchwaS)