Spieler wird als Reporter in Nahen Osten geschickt

Computerspiel - "Global Conflicts: Palestine" soll zum Nachdenken anregen.

Unter dem Namen "Global Conflicts: Palestine" wurde ein Computerspiel vorgestellt, das den Spieler als Journalisten in das heutige Jerusalem schickt. In der Manier eines Real-World-Adventures sollen dabei durch die eigene Recherche die Hintergründe des israelisch-palästinensichen Konflikts aufgearbeitet werden. Das präsentierte Spiel ist das erste Produkt der dänischen Software-Firma Serious Games Interactive und ist in der Schweiz am 19. Oktober erschienen.

"Wir wollen mit diesem Projekt vor allem einmal zeigen, welche anderen Wege man mit einem Computerspiel beschreiten kann", erklärt Simon Egenfeldt-Nielsen, CEO von Serious Games, im Gespräch mit pressetext. "Unsere Intention war von Anfang an, einen interessanten und ernstzunehmenden Ansatz zu finden, um die Thematik Nahost-Konflikt einem breiten Publikum zugängig zu machen", so der Chefentwickler weiter. Egenfeldt-Nielsen, der seit mehreren Jahren auch wissenschaftlich der Frage des erzieherischen Nutzens von Computerspielen nachgeht, will mit dem neuen Produkt verstärkt ernsthafte Themen in der Spielergemeinde verankern.

In "Global Conficts: Palestine" begiebt man sich als einer von zwei New Yorker Nachwuchsjournalisten in das Krisengebiet im Nahen Osten. Dort angekommen, muss man sich zunächst entscheiden, für welche Zeitung man schreiben will. Je nach Orientierung bieten sich die neutrale "Global News", die "Israeli Post" und die "Palestine Today" an, um die eigenen Artikel virtuell zu veröffentlichen. Ein einfach zu bedienendes Interface ermöglicht dem Spieler dabei die Interaktion mit der virtuellen Welt. Zur Recherche werden Gespräche mit Charakteren von beiden Konfliktseiten geführt.

Sechs Reportage-Aufträge führen den Spieler dabei durch eine offene 3D-Umgebung. Die vom Spieler verfassten Beiträge und sein Verhalten haben dabei maßgeblichen Einfluss auf das Spielgeschehen. Entschließt man sich so zum Beispiel, eher kritisch gegenüber der israelischen Armee zu schreiben, bekommt man weniger Insider-Informationen der Militärs. Werden die Selbstmordattentate der arabischen Fundamentalisten in den eigenen Artikeln verdammt, gestaltet es sich als schwierig, Kontakt zur palästinensischen Bevölkerung aufzubauen. Während der Recherche zeigt dabei ein Balken den Status bei beiden Fraktionen an, der schlagartig seine Farbe ändern kann, wenn man allzu kritisch nachfragt oder kommentiert. (pte)