Vor einem Gericht in Kalifornien wird ab Mittwoch ein Industrie-Spionageprozess verhandelt: Echostar, grösster Kunden des Waadtländer Verschlüsselungskonzerns Kudelski, klagt gegen NDS, Kudelskis grössten US-Konkurrenten. NDS soll vor über fünf Jahren "Hacker" beauftragt haben, das Verschlüsselungssystem der Fernsehkette Echostar zu knacken und so die Chipkarten, die den Zugang zum Privatfernsehen ermöglichen, wertlos zu machen.
Die "Hacker" sollen sogar angewiesen worden sein, die Codes im Internet öffentlich zu machen. Jeder hätte so Zugang zu kostenpflichtigen Fernseh-Programmen gehabt. Die Verschlüsselungssysteme von Echostar stammen von Kudelski. Echostar behauptet, das System sei durch den Hackerangriff unbrauchbar geworden. Das Unternehmen habe dadurch auch einige Millionen Dollar verloren. Echostar will von Rupert Murdochs NDS darum eine Milliarde Dollar.
NDS weist sämliche Vorwürfe zurück und sieht sich unschuldig. Ab Mittwoch wird diese Beurteilung Sache des Gerichts sein. Unter anderem wird einer der "Hacker", ein Ingenieur, aussagen, der während mehreren Jahren für NDS gearbeitet hat. Er behauptet aber, Echostar und Kudelski hätten die ganze Geschichte erfunden, um von den Schwächen des Verschlüsselungs-Systems abzulenken.
Medien sehen im Prozess auch Ausdruck eines eigentlichen Machtkampfs zwischen Medienmogul Rupert Murdoch und dem Milliardär Charlie Ergen, Besitzer von Echostar.