Sportsender sucht Geschäftsführer

SSF - Claudia Lässer soll nicht einziges Aushängeschild sein.

Ende Februar hat das Bakom entschieden, dass die Schweizer Netzbetreiber, darunter Marktleader Cablecom, das Schweizer Sportfernsehen (SSF) auf das analoge Netz aufschalten müssen. Damit wird das SSF ein eigenständiger Sender, nachdem es bis anhin bei U1 und nun bei Star TV in Zeitfenstern ausgestrahlt wurde. Ab dem 1. Juli soll nun ein 24-Stunden-Programm starten, welches vor allem Sportarten berücksichtigt, die beim Schweizer Fernsehen keinen Platz haben.

Die Cablecom wird bis Ende März entscheiden, ob sie gegen den Bakom-Entscheid rekurriert, so Hans-Peter Nehmer, Leiter Unternehmenskommunikation bei Cablecom gegenüber dem "Tages-Anzeiger". Wird das SSF im analogen Netz aufgeschaltet, muss ein anderer Sender aus dem Programm gestrichen werden. Welchen es treffen würde, steht noch nicht fest. "Wir prüfen verschiedene Faktoren, zum Beispiel die Einschaltquote, Reichweite oder sprachliche Vielfalt". Eventuell gehe es auch um das spezielle Angebot des SSF, so Nehmer. Es könnte also sein, dass ein anderer reiner Sportsender wie Eurosport oder DSF den Sendeplatz verliert.

Unternehmer Giorgio Behr, Vizepräsident des Verwaltungsrates, geht davon aus, dass das SSF im Juli mit dem Vollprogramm starten kann. Dies bringe eine Professionalisierung in der Struktur mit sich: So werden Pascal Jenny, Delegierter des Verwaltungsrates, und Maya Lalive, Kogeschäftsführerin und Marketingleiterin, künftig nur noch dem Verwaltungsrat angehören. Auch Claudia Lässer werde statt Kogeschäftsführerein nur noch Redaktion und Programm leiten. Gesucht wird deshalb noch ein Geschäftsführer, sagt Behr im "Tagi". Eine zusätzliche Folge wäre der Ausbau des Aktienkapitals auf acht bis zehn Millionen Franken.

Irgendwann müsse auch das Moderationsteam verstärkt werden, denn ohne "Gesichter" als Identifikationsfiguren komme kein erfolgreicher Sender aus, so Behr weiter. "Eine haben wir mit Claudia Lässer und ihrem 'Sporttalk' bereits, aber es ist klar: Am Bilschirm brauch man Köpfe".