Die Verleger französischer Regionalzeitungen fürchten den Einstieg des Axel-Springer-Verlags mit einer überregionalen Tageszeitung im Boulevard-Stil. Springer-Vorstand Mathias Döpfner kündigte an, im Sommer Entscheidungen über die Details für die geplante Publikation zu fällen. Der Mutter-Verlag in Deutschland investiert für drei Jahre 120 Mio. Euro in die Tageszeitung und strebt für den Anfang eine Auflage von 500.000 Exemplaren an. "Wir spielen nicht in derselben Liga wie Springer, der bei jedem seiner Projekte noch eine Null hinzufügt", sagt Frederic Aurand, Geschäftsführer des Verlags Groupe Hersant Media (GHM), der 31 Regionaltitel besitzt, gegenüber Le Monde.
Die Befürchtung der regionalen Verleger ist nicht unbegründet. In Polen, wo der Springer-Verlag seit 2003 aktiv ist und das Boulevardblatt Fakt auf den Markt gebracht hat, verursachte der Einstieg Springers den Rückgang der Auflage regionaler Tageszeitungen um zehn Prozent. Damit Springers französische Bild aber erfolgreich wird, muss die Anzahl der Verkaufsstellen um weitere 10'000 erhöht werden. Das Pariser Vertriebsunternehmen Nouvelles Messageries de la presse parisienne (NMPP) bot Springer indes 30'000 Verkaufsstellen an. In Frankreich verfügt jede regionale Tageszeitung über ein eigenes Vertriebsnetz.