Springer kauft Programmzeitschriften von Ringier

- Der deutsche Medienkonzern Axel Springer hat den Zuschlag für die zum Verkauf stehenden Schweizer Programmzeitschriften des Ringier-Verlags bekommen. Dies berichtet der Spiegel in einer Vorab-Meldung. Springer soll für die vier Titel -- darunter Tele und TV4 -- rund 30 Millionen Euro zahlen, wie aus Verhandlungskreisen zu vernehmen sei. Der Kaufvertrag ist laut Spiegel noch nicht unterschrieben, dies soll aber gegen Ende des Monats geschehen.

Ringiers acht TV-Zeitschriften in Tschechien, der Slowakei und Rumänien gehen laut Spiegel nicht an Springer, sondern voraussichtlich an den Hamburger Bauer-Verlag. Bislang war in Medienberichten stets die Rede davon gewesen, dass Ringier seine TV-Programmzeitschriften weltweit an Springer zu veräussern beabsichtige. So hatte der Spiegel bereits im April vermeldet, dass sich Ringier von insgesamt zwölf Titeln in vier Ländern trennen wolle ("persoenlich.com" berichtete). Der Preis für das Gesamtpaket wurde damals auf "bis zu 160 Millionen Franken" veranschlagt.

Mit dem Kauf der TV-Zeitschriften baut Springer seine mediale Macht in der Schweiz weiter aus. Der Verlag erwarb im Jahr 1999 die Verlagsgruppe Handelszeitung. Ende vergangenes Jahr übernahm der deutsche Medienkonzern auch den Jean-Frey Verlag (Beobachter, TV Star, Bilanz) für kolportierte 140 Millionen Franken. Fortgesetzt hat Springer seine Einkaufstour in der Schweiz erst vor kurzem, als er den gesamten, 43'000 Abonnenten zählenden Stamm des eingestellten Ringier-Wirtschaftsmagazins Cash übernahm.