ARD und ZDF nehmen in den kommenden Tagen die Berichterstattung aus ihren Studios in Moskau wieder auf. Diese war am vergangenen Wochenende vorübergehend ausgesetzt worden, um die Folgen eines neuen Gesetzes in Russland zu prüfen. Dieses stellt unter anderem Falschinformationen aus Sicht der russischen Regierung über die russischen Streitkräfte und den Krieg in der Ukraine unter Strafe (persoenlich.com berichtete).
Auf Grundlage der Prüfung haben ARD und ZDF entschieden, die Berichterstattung aus den Studios in Moskau über die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation in Russland wieder aufzunehmen, die Berichterstattung über die militärische Lage in der Ukraine jedoch von anderen Standorten der beiden öffentlich-rechtlichen Sender zu leisten, wie es in einer Mitteilung der Sender heisst.
SRF berichtet aus Polen
Schweizer Fernsehen und Radio SRF setzt auf eine andere Strategie. «Es ist für SRF vorläufig nicht sinnvoll, eine Korrespondentin, einen Korrespondenten nach Moskau zu schicken, wenn sie oder er dann über das derzeit zentrale Thema ‹Krieg in der Ukraine› aufgrund des russischen Kriegsrechts nicht frei berichten können», sagt Stefan Wyss, Leiter der SRF-Medienstelle, auf Anfrage von persoenlich.com. Die Situation werde aber fortlaufend neu evaluiert.
«Luzia Tschirky ist aber in den letzten Vorbereitungen, um am Wochenende nach Warschau zu reisen», so Wyss am Freitag. Über diese Pläne berichtete Tschirky bereits am Montag auf Twitter.
Seit Wladimir Putin der Ukraine den Krieg erklärt hat, gibt es keine ruhigen Momente mehr im Leben von 40 Mio. Ukrainer:innen. Eine Auszeit ist unter diesen Umständen für mich undenkbar. Um möglichst nahe aus der Region zu berichten, werde ich in wenigen Tagen nach Polen reisen.
— Luzia Tschirky (@LuziaTschirky) March 7, 2022
Mit dem Standort in Warschau habe SRF eine Basis in der Region, die eine Berichterstattung auch zu Russland ermöglicht, so SRF-Sprecher Wyss. (pd/cbe)