103 Botschaften, zwölf ständige Missionen, 30 Generalkonsulate, 21 Kooperationsbüros und drei weitere Vertretungen haben einen Brief von SRG-Generaldirektor Roger de Weck erhalten, den auch Swissinfo-Direktor Peter Schibli unterschrieben hat. In der Beilage die 40-seitige gedruckte Broschüre «SRG SRR Für alle. Wofür wir einstehen. Wie wir handeln. Was wir versprechen.» Ein unabhängiges Medienhaus sei «unerlässlich für freie, fundierte Meinungsbildung», steht im Brief. Und: «Service-public-Journalismus braucht es im digitalen Zeitalter mehr denn je.»
Das Aussendepartement (EDA) bestätigt gegenüber der Zeitung «Schweiz am Sonntag» den Versand der SRG-Broschüre via diplomatischen Kurier. «Die Anfrage war von Swissinfo gekommen», schreibt es. «Der Versand wurde in Rechnung gestellt, zum Preis von 15 Franken pro Kilo. Er deckt alle Kosten ab.» Es sei derselbe Preis, den alle Unternehmen – ob privat oder staatsnah – bezahlen müssten, wenn sie eine Anfrage für einen Versand machten.
SRG packte ab, EDA verteilte
Für die SRG ist es «unseres Wissens das erste Mal, dass ein Versand an die Schweizer Vertretungen erfolgt ist», sagt SRG-Mediensprecher Daniel Steiner. «Die SRG hat die Broschüre mit einem Begleitbrief auf Deutsch und Französisch in 169 Umschläge abgepackt, mit den Adressen der Schweizer Vertretungen versehen und dem EDA übergeben», sagt Steiner. «Die Verteilung nahm das EDA vor.»
Die SRG stosse im Ausland aus drei Gründen auf Interesse. Erstens habe sie ein zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von der SRG finanziertes Auslandangebot, das TV5 Monde, Swissinfo, 3Sat und tvsvizzera.it umfasse. Und zweitens biete die SRG über Swissinfo Angebote für die 760’000 Auslandschweizer an. (SaS/cbe)