SRG zur Umstellung auf DAB2 aufgefordert

VSP - Herkömmlicher DAB-Empfang sei "kolossale Fehlinvestition".

Die Privatradios der Schweiz setzen auf den neuen Audiocodec DAB+, auch bekannt als DAB2. Dieser sei leistungsfähiger als der herkömmliche und -- nach Meinung vom Verband Schweizer Privatradios (VSP) -- veraltete DAB-Empfang. Der VSP empfiehlt der SRG daher in einer Mitteilung, gemeinsam mit den Privatradios auf die zukunftsweisende Technologie DAB2 umzustellen. Die SRG könne dadurch schon in der nächsten Finanzierungsperiode viele Millionen einsparen und gleichzeitig ein breiteres Programmangebot unterstützen, heisst es.

Mit diesem Schritt distanziert sich der VSP von der Strategie der SRG SSR idée suisse, die die veraltete DAB-Audio-Codierung "gegen jede technische Argumentation noch längere Zeit erhalten und gar noch auf neue Programme erweitern will". Auch der etwas teurere Kompromiss der sofortigen Teilmigration wäre für den VSP eine diskutable Variante und würde gemäss VSP noch viele Einsparungen bringen.

Der VSP warnt: "Würde sich die Schweiz für das herkömmliche DAB entscheiden, dann würde sie sowohl in Bezug auf technische Verbreitungskosten wie auch technologisch gesehen abgeschlagen an den Schluss der internationalen Rangordnung zu liegen kommen". Dies können die privaten Radiostationen gemäss VSP nicht verantworten, zumal sie ihre Investitionen nicht aus Gebührengeld finanzieren können, sondern am Markt erwirtschaften müssen. Der VSP geht gar noch einen Schritt weiter: Das Ende der Achtzigerjahre entwickelte DAB habe sich bisher in keinem Land durchgesetzt und gelte international als "kolossale Fehlinvestition".