Die türkische Staatsanwaltschaft hat am Dienstag wegen angeblicher Verbreitung "terroristischer Propaganda" Ermittlungen gegen den einflussreichen Medienkonzern Dogan eingeleitet. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Zu dem Konzern gehören unter anderem die Zeitung "Hürriyet" und der Fernsehsender CNN-Türk. Diese Medien sind regierungskritisch und haben sich wiederholt Kritik von Präsident Recep Tayyip Erdogan und der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP eingehandelt.
Zu den Ermittlungen kam es den Angaben zufolge nach der Veröffentlichung unzensierter Fotos von getöteten Soldaten und zensierter Fotos von Mitgliedern der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bei den jüngsten Kämpfen. Wütende AKP-Anhänger hatten vergangene Woche die "Hürriyet"-Redaktion angegriffen.
Erst am Montag hatte die Polizei die Verbreitung des liberalen Nachrichtenmagazins "Nokta" wegen einer regierungskritischen Titelseite verhindert und einen seiner Redaktoren festgenommen. Kritiker werfen Erdogan vor, die Meinungs- und Medienfreiheit in der Türkei vor der Parlamentswahl am 1. November immer weiter einzuschränken. (sda)