Fast wöchentlich kommt in Russland ein neuer Spielfilm auf die Leinwand. Dokumentarfilme hingegen sind so gut wie unbekannt. Ein Festival mit Schweizer Filmen, das am Freitag in Moskau beginnt, soll dies ändern.
"Im Gegensatz zur Schweiz, wo Dokumentarfilme ein wichtiger Teil der Filmszene sind, fristet diese Art von Filmen in Russland ein Schattendasein", sagte Romain Bovy, Mitarbeiter der Kulturabteilung der Schweizer Botschaft in Moskau. Diese hat das Festival "Kunst im Objektiv der Schweizerischen Filmemacher" mitorganisiert.
Russische Spielfilme heimsen auch an internationalen Wettbewerben Preise ein und sind wahre Kassenschlager. "Mit unserer Auswahl an qualitativ hochstehenden Schweizer Filmen wollen wir Interesse wecken und zeigen, dass Dokumentarfilme ein wichtiger Teil der Filmszene sind", erklärte Bovy der Nachrichtenagentur sda.
Eröffnet wird das Festival mit der Vorführung der beiden Filme "Charlie Chaplin -- the forgotten years" und "Grock -- King of Clowns", beides Filme von Felice Zanoni. Insgesamt werden bis zum 1. Dezember neun Filme gezeigt, unter anderem über Friedrich Dürrenmatt, Alberto Giacometti und Santiago Calatrava.
"Wir haben absichtlich Filme über berühmte Persönlichkeiten gewählt", sagte Lorenzo Amberg, stellvertretender Missionschef der Schweizer Botschaft in Moskau. "Schweizer Dokumentarfilme sind in Russland weitgehend unbekannt. Mit Filmen über auch in Russland bekannte Persönlichkeiten können wir ein breiteres Publikum ansprechen."