Radio Zürisee befürwortet eine liberale Radio-Konzessionierungspolitik in der Schweiz. In seiner Vernehmlassungsantwort betreffend eines neuen Jugendradios für Zürich spricht sich der Rapperswiler Sender unter gewissen Bedingungen für eine Konzessionierung aus, obschon dadurch neue Konkurrenz entstünden, wie es in der entsprechenden Mitteilung vom Dienstag heisst. Radio Zürisee verlangt aber, dass bei allfälligen Radio-Neukonzessionierungen sichergestellt werde, dass keine Marktverzerrungen und Rechtsungleichheiten entstünden.
In diesem Zusammenhang müsse auch sichergestellt werden, dass bei der Konzessionierung eines neuen Zürcher Radios genügend Frequenzressourcen übrig bleiben, damit bereits bestehende Privatradios ihre Sendegebiete optimieren könnten, wie es weiter heisst. Namentlich will Radio Zürisee die Stadt Zürich, das Zürcher Unterland und Winterthur künftig besser bzw. neu versorgen. Ein entsprechendes Konzessionsgesuch wurde vom Bundesamt für Kommunikation Bakom letztes Jahr abgelehnt, obschon sich die Zürcher Regierung für die beantragte Gebietserweiterung von Radio Zürisee in die Stadt Zürich und ins Zürcher Unterland ausgesprochen hatte. Radio Zürisee wird im Hinblick auf das neue Radio- und Fernsehgesetz RTVG ein neues entsprechendes Konzessionsgesuch stellen.
Weiter sei sicherzustellen, dass es sich bei einem neuen Jugendradio tatsächlich um ein Alternativprogramm gegenüber den bereits bestehenden Anbietern handelt, und dass dies auch in Zukunft so bleibe. Die wirtschaftlichen Realitäten würden nämlich jeden neuen Anbieter früher oder später in Versuchung bringen, sein Zielpublikum neu zu definieren, so der Sender. Dies habe zwangsläufig zur Folge, dass man sich der Konkurrenz nähere. Das Beispiel Zürich zeige dies auf eindrückliche Weise: "Wir haben heute die groteske Situation, dass es in Zürich zwei Radios gibt, welche mit den absolut identischen Konzepten dieselbe Zielgruppe anpeilen - Stichwort Einheitsbrei. Es ist jetzt schon sicher, dass ein neuer Anbieter, in diesem Fall ein Jugendradio, schon sehr bald ähnlich handeln wird. So gäbe es bald drei statt zwei identische Stadtsender. Es sei denn, klare Konzessionsvorgaben verhindern dies", so Christoph Romer, Geschäftsführer und Programmleiter von Radio Zürisee.