Schweizer Fernsehen SF steuert auf einen Stellenabbau zu. Wenn es nicht mehr Geld gibt, wird dieses Szenario früher oder später Realität, wie Fernseh-Direktorin Ingrid Deltenre in einem Interview mit der Zeitung "Sonntag" sagte.
Derzeit beschäftigt Schweizer Fernsehen SF 950 Personen. "Die Rechnung ist ganz einfach: Wenn wir auf Sendungen verzichten, brauchen wir weniger Personal", sagte Deltenre. Dabei möchte sie das Programm lieber ausbauen. Auf ihrem Wunschzettel stehen etwa eine zusätzliche Talk-Sendung oder ein aussenpolitisches Magazin.
Die verfügbaren Mittel reichten dafür aber nicht aus, sagte Deltenre. Gemäss ihren Angaben wird SF dieses Jahr einen Verlust von rund zwei Millionen Franken einfahren. Es zeichne sich eine Abschwächung bei der Werbung ab.
Das Hauptproblem sei aber, dass das Fernsehen seit dem Jahr 2000 nicht mehr real von Gebührenerhöhungen habe profitieren können. Zudem habe das Bundesamt für Kommunikation die Werbe- und Sponsoring- Richtlinen verschärft, sagte Deltenre. Wie viele zusätzliche Millionen sie sich wünscht, wollte sie aber nicht sagen.
Deltenre leitet das Fernsehen seit fünf Jahren. Weitere fünf mache sie vermutlich nicht mehr, sagte sie. In zwei Jahren etwa könne sie sagen: "Jetzt ist es gut aufgegleist." (sda)