Dass sich Stiftungs- und Verwaltungsrat der "TagesWoche" am kommenden Freitag zu einer Retraite treffen, an der grundsätzliche Fragen geklärt werden sollen, sorgt für Unruhe auf der Redaktion des Basler Medienprojekts, wie die Zeitung "Der Sonntag" schreibt. Nicht nur die Geldgeberin, Roche-Erbin Beatrice Oeri, sondern auch Vertreter im Stiftungs- und Verwaltungsrat vertreten nach "Sonntag"-Informationen die Ansicht, dass die "TagesWoche"-Macher ihr Versprechen, Print und Online in neuartiger Weise zu verknüpfen, bisher nicht eingelöst haben.
Jetzt soll an einer Retraite geklärt werden, ob das Projekt trotz erfolgreichem Start im Lesermarkt strategisch richtig aufgegleist ist. "Ein Thema ist, wie die Einbindung der Community verstärkt werden kann. Als Hybrid aus Print- und Online-Medium ist die Tageswoche ein unvergleichliches Projekt. Umso wichtiger ist eine Standortbestimmung, um die langfristige Strategie allenfalls anzupassen", bestätigt Verwaltungratspräsident Thomas Gelzer die Überprüfung der Strategie gegenüber dem "Sonntag". "Es geht um eine Bilanz, was gut läuft und wo Verbesserungspotenzial besteht". Gelzer weiter: "Ich erwarte keine tiefgreifende Kursanpassung an der Retraite, sondern eine Justierung. Aber ich bin selber gespannt auf die Resultate der Sitzung".
Dass es um mehr geht als nur Feinjustierungen, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass bei der "TagesWoche" ein Investitionsstopp gilt, bis die Strategie geklärt ist, wie aus dem Verwaltungsrat zu vernehmen ist. Gerüchten, es komme zu einem Wechsel in der Chefredaktion, tritt Gelzer jedoch klar entgegen: "Personelle Änderungen sind nicht vorgesehen". (Der Sonntag)