Streit beendet - Unseld verkauft Anteile

Suhrkamp - Joachim Unseld trennte sich von seinem Anteil am Frankfurter Verlagshaus.

Die juristischen Streitereien zwischen den Gesellschaftern des Suhrkamp Verlags sind nach einem Bericht der Zeitung "Die Welt" beendet. Der bisherige Mitgesellschafter Joachim Unseld trennte sich von seinem 20-Prozent-Anteil am Frankfurter Verlagshaus. Verlagssprecherin Tanja Postpischil bestätigte dies. Die Anteile gehen laut dem Artikel vom Freitag zu gleichen Teilen an die beiden anderen Mitgesellschafter: an Ulla Berkéwicz, die Witwe des Suhrkamp-Verlegers Siegfried Unseld, und an die Medienholding AG Winterthur, die 2007 von Hamburger Investoren erworben worden war.

Claus Grossner und Hans Barlach hatten zum 1. Januar 2007 vom Winterthurer Unternehmer Andreas Reinhart über die Medienholding Winterthur AG 29 Prozent der Anteile an Suhrkamp erworben. Die Suhrkamp-Führung hatte sich damals gegen die Transaktion gewehrt. Mittlerweile sind Berkéwicz und Barlach Verbündete. Ulla Berkéwicz hatte im Februar diesen Jahren bekannt gegeben, dass sie Suhrkamp von seinem angestammten Standort Frankfurt zum 1. Januar 2010 nach Berlin übersiedeln wolle. Barlach hatte sie dabei unterstützt, doch Joachim Unseld, der Sohn des 2002 verstorbenen Verlegers, wehrte sich juristisch gegen den Umzug.

Ebenfalls Streit gab es über den Verkauf des Suhrkamp-Archivs an das Deutsche Literaturarchiv in Marbach. Das Archiv und Suhrkamp gaben Ende Oktober bekannt, dass sie handelseinig geworden seien, doch Joachim Unseld wandte sich gegen dieses Geschäft. Er war von den beiden Handelspartnern nicht um seine Einwilligung zum Verkauf gefragt worden. Wieviel er jetzt für seinen Anteil am Verlag von Berkéwicz und Barlach erhielt, wurde nicht bekannt. (sda)