Die zerstrittenen Suhrkamp-Gesellschafter treffen sich am kommenden Mittwoch (27.2.) erneut vor dem Landgericht Frankfurt. Dieses Mal geht es umd ie Verwendung der Verlagsgewinne. Minderheitseigentümer Hans Barlach will erreichen, dass 2,2 Millionen Euro aus der Bilanz an ihn ausgezahlt werden. Wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag weiter sagte, wird mit einer Entscheidung bei der Verhandlung nicht gerechnet.
Im erbitterten Machtkampf um den Renommierverlag hat in der vergangenen Woche eine andere Frankfurter Handelskammer den Kontrahenten einen Aufschub gegeben, um ihren Konflikt aussergerichtlich zu lösen. Andernfalls soll am 25. September eine Entscheidung verkündet werden.
Beide Gesellschafter haben beantragt, sich gegenseitig auszuschliessen. Am Ende des Gerichtsverfahrens könnte auch die Auflösung des Verlags stehen. Suhrkamp ist Anfang 2010 von Frankfurt nach Berlin gezogen.
Verlagschefin Ulla Unseld-Berkéwicz hält über eine Familienstiftung die Mehrheit von 61 Prozent an Suhrkamp. Ihr Kontrahent ist der Hamburger Medienunternehmer Barlach, der mit 39 Prozent an Suhrkamp beteiligt ist.
Im Dezember hatte das Landgericht Berlin Unseld-Berkéwicz als Geschäftsführerin abberufen, weil sie rechtswidrig für den Verlag Event-Räume in ihrer eigenen Berliner Villa anmietete und den Mitgesellschafter nicht informierte. Dagegen hat die Suhrkamp-Chefin Berufung eingelegt. (sda)