Der Schweizer Wetter-Moderator Jörg Kachelmann streitet sich mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) vor Gericht. Die beiden Parteien werfen sich gegenseitig fachliche Fehler beim Umgang mit Unwetterwarnungen vor, wie die Financial Times Deutschland (FTD) berichtet.
Der zum Bundesverkehrsministerium gehörende DWD kämpft um die Alleinherrschaft über die Unwetterwarnung und erwägt nun auf juristischem Wege durchzusetzen, dass alleine der DWD in Zukunft Unwetterwarnungen aussprechen darf. "Es liegt im Interesse eines effizienten Katastrophenschutzes in Deutschland, dass bei der Warnung vor gefährlichen Wetterereignissen eindeutig und unmissverständlich eine Stimme gesprochen wird. Beim Katastrophenschutz darf es keinen Wettbewerb geben", sagte ein Ministeriumssprecher gegenüber FTD.
"Ein solches Monopol kann sich Deutschland nicht leisten", entgegnet Kachelmann. Gemäss FTD kritisiert er seit Jahren, dass der DWD eine Schwäche in Sachen Unwetterwarnung habe. Kachelmann selbst hat per Einstweiliger Verfügung erwirkt, dass der DWD nicht mehr behaupten darf, Kachelmann warne mit seinem Unternehmen Meteomedia zu Quotensteigerungszwecken in den Medien mehr als nötig vor Unwettergefahren.