Streit um "Blic"-Bild von Nikolic-Mitarbeiter

Ringier/Axel Springer - Das schweizerisch-deutsche Joint Venture will sich nicht einschüchtern lassen.

Ein Foto des Medienkoordinators von Serbiens Staatspräsident Tomislav Nikolic in Wehrmachtsuniform sorgt für Aufregung. Die Belgrader Tageszeitung "Blic" veröffentlichte am Freitag ein entsprechendes Bild von Vuk Fatic. Fatic ist im Kabinett des Präsidenten für die Zusammenarbeit mit den Medien zuständig. Auf dem Foto ist auch Fatic' Baby samt Buch mit Hitler-Bild und Hakenkreuz auf dem Cover zu sehen.

Foto aus Facebook

Das Foto von Fatic in Wehrmachtsmontur wurde veröffentlicht, während ein Streit schwelt zwischen dem schweizerisch-deutschen Gemeinschaftsunternehmen Ringier Axel Springer Media AG, zu dem auch "Blic" gehört, und Präsident Nikolic.
 
Das Bild des Medienverantwortlichen Fatic stamme "von seiner eigenen Facebook Seite", hiess es auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bei der Ringier Axel Springer Media AG. "Unsere Journalisten lassen sich nicht einschüchtern. Sie setzen sich für eine freie Presse ein und haben unsere volle Unterstützung", sagte die Kommunikationsverantwortliche Alexandra Delvenakiotis.
 
Nikolic agitiert gegen Journalistin
 
Nach Recherchen über die Vermögensverhältnisse eines seiner Söhne hatte Nikolic den Verlag kritisiert. Das Staatsoberhaupt veröffentlichte in diesem Zusammenhang auch den albanischen Namen der recherchierenden Journalistin vom Boulevardblatt "Alo" und ihren Geburtsort im Kosovo. "Blic" sah angesichts der Feindschaft zwischen Serben und Kosovo-Albanern darin einen "Aufruf zum Lynchmord". Nikolic habe für die Sicherheit auch von Bürgern Rechnung zu tragen, deren Namen nicht auf das typisch serbische "ic" enden, stellte "Blic"-Chefredaktor Veselin Simonovic in einem Kommentar am Freitag fest.
 
Nikolic hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt davon gesprochen, dass "Blic" eine Diffamierungskampagne gegen ihn führe. Auch "Alo" gehört zur Ringier Axel Springer Media AG. (sda/apa)