Streit um Messsystem belastet Jahresergebnis

Mediapulse - Man will nun das Vertrauen der Kunden wieder zurückgewinnen.

Probleme mit dem neuen Fernsehkonsum-Messsystem haben die Mediapulse Gruppe im letzten Jahr stark belastet. Die Systemumstellung führten unter anderem zu einem Rechtsstreit. Mediapulse will nun das Vertrauen ihrer Kunden zurückgewinnen.
 
Das Vertrauen der Senderbetreiber in Mediapulse habe gelitten, sagte Geschäftsleitungsmitglied Urs Zeier am Dienstag an der Jahreskonferenz in Bern. Mediapulse erhebt seit Anfang 2013 mit einem neuen System den TV-Konsum in der Schweiz - mit der neuen Methode wird unter anderem neu der zeitversetzte Fernsehkonsum erfasst.
 
Das System habe wegen "Kinderkrankheiten" in den ersten Wochen 2013 nicht wie geplant Daten geliefert, erklärte Zeier.
 
Rechtsstreit mit 3+
Die Systemumstellung resultierte zudem in einem Rechtsstreit mit dem Privatsender 3+. Als Teil der Ende Juli erzielten Einigung mit 3+ misst Mediapulse nur den TV-Konsum via Computer von Haushalten, welche auch über einen normalen TV-Apparat verfügen.
 
Die Probleme hätten die Bedeutung der Messungen von Mediapulse für den über 700 Millionen Franken schweren TV-Werbemarkt hervorgehoben, sagte Zeier. Die Medienwissenschaftliche Kommission (MWK), welche die Arbeit der Mediapulse überwacht, bezeichne das überarbeitete TV-Messsystem nun als gut, betonte er.
 
Unter anderem wegen der Querelen um die neue TV-Messmethode sank der Gewinn der Mediapulse Gruppe 2013 von rund 705'600 Franken im Vorjahr auf rund 273'500 Franken. Die Gruppe umfasst die Mediapulse Stiftung sowie die beiden Tochterunternehmen Mediapulse und Publica Data.
 
Neues Radio-Messsystem ab 2017
Im Gegensatz zu den TV-Messungen werden bei den Erhebungen zum Radiokonsum sämtliche Verbreitungsarten erfasst. Mediapulse will die Radio-Messmethode aber optimieren.
 
Spätestens ab 2017 soll ein neues Verfahren angewendet werden, kündete Mediapulse-Geschäftsleitungsmitglied Manuel Dähler an. (sda)