Nicht nur bei Schweizer Radio DRS, auch beim Emmentaler Lokalsender Radio Emme bewegt die Zukunft der Volksmusik die Geister. Pläne, die Volksmusik vom Programm zu nehmen, haben zum Eklat im Verwaltungsrat des Senders geführt.
Der Verwaltungsrat habe am Mittwoch beschlossen, die Volksmusik auf Radio Emme ab Frühjahr 2008 vom Sender zu verbannen, heisst es in einer Mitteilung von Verwaltungsratmitglied und Radio-Emme-Mitbegründer Niklaus Blaser.
'Nervensägendes Gejaule'
Stattdessen solle künftig rund um die Uhr "generell englisches, oftmals nervensägendes und melancholisches Katzengejammer und Gejaule" gesendet und "zum xten Mal wiederholt" werden. Geplant sei ein Programm, dass bereits tausende Sender fabrizierten. Radio Emme verabschiede sich damit noch mehr von seinem Publikum in seinem Sendegebiet rund um den Napf.
In Anbetracht der 800'000 Franken an Gebührengeldern, die der Sender künftig jährlich erhalten solle, komme der Entscheid einer "Verantwortungslosigkeit" und "Verarschung" der Hörer gleich, schreibt Blaser. Diese könne er als Verwaltungsratsmitglied nicht mehr mittragen, weshalb er aus der Funktion zurücktrete.
Verwaltungsrat: 'Strategie überprüfen'
Den Entscheid zum Verzicht auf die Volksmusik wollte Verwaltungsratspräsidentin Karen Wiedmer auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung sei seit anderthalb Jahren daran, die Strategie des Senders zu überprüfen und anzupassen, liess der Verwaltungsrat in einer Mitteilung verlauten. Den Rücktritt Blasers bedauere man sehr. Weiter nahm das Aufsichtsgremium keine Stellung. (sda)