Strenge Auflagen für TV-Talentshows verordnet

China - Publikums-Abstimmungen im Internet verboten.

Die chinesischen Behörden setzen ihre Zensurmassnahmen unbeirrt fort. Neben der regelmässigen Verfolgung und Inhaftierung regimekritischer Internetautoren sowie dem Verbot vieler Webseiten, sorgt nun der Erlass von besonders strengen Richtlinien bzw. Einschränkungen für TV-Talentshows für Aufsehen. Wie die BBC berichtet, dürfen die Zuschauer bei den Shows, die nach dem Vorbild von populären westlichen Shows wie "Pop Idol" oder "Deutschland sucht den Superstar" konzipiert sind, beispielsweise weder per Internet noch via Telefon oder SMS für die Kandidaten abstimmen.

Die Richtlinien greifen aber noch weiter. So gilt ab sofort die Auflage, dass jeder Teilnehmer nachweislich "gesund" und "reif" genug sein muss. Den Moderatoren ist es untersagt zu flirten oder sich anstössig zu äussern. Die mittlerweile extrem populär gewordenen Talentshows wie "Super Voice Girls" -- eine Kopie von Pop Idol -- scheinen den Behörden ein solcher Dorn im Auge zu sein, dass sie zudem nicht mehr zur Primetime ausgestrahlt werden dürfen. Damit sollen vermutlich die Zuschauerzahlen minimiert und der Erfolg der Shows kaputt gemacht werden.

Welche Absichten genau hinter den Zensurmassnahmen stecken, kann nur vermutet werden. Laut der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua könnte ein möglicher Grund sein, dass die Behörden fürchten, die Teilnehmer solcher Shows seien ein schlechtes Vorbild für die Jugend. "TV-Stationen müssen qualifizierte Kandidaten aussuchen, die Eigenschaften wie Reife, Vertrauenswürdigkeit und Gesundheit repräsentieren. Frisur, Kleidung und Erscheinungsbild der Kandidaten sollten im Einklang mit den ästhetischen Werten der Gesellschaft stehen", zitiert der Nachrichtendienst die staatlichen Richtlinien. (pte)