Studierende wollen Wochenzeitung verbannen

Weltwoche - Der Studierendenrat will, dass die «Weltwoche» aus den Räumlichkeiten der Universität Basel verschwindet. Die Junge SVP zeigt sich «schockiert», Roger Köppel findet den Antrag «absurd».

Der Studierendenrat hat seinen Vorstand beauftragt, das Rektorat davon zu überzeugen, dass künftig keine Gratisausgaben der «Weltwoche» aufgelegt werden dürfen. Grund dafür seien die «rassistischen, islamophoben und rechtspopulistischen Inhalte» der Wochenzeitung. Dies berichten «20 Minuten» und «Prime News» am Montag.

Inhalte seien teils diskriminierend

«Es geht nicht darum, die Meinungsbildung oder die Vielfalt der Medien einzuschränken», so Giuliano Borter, Präsident der Studentischen Körperschaft der Universität Basel (Skuba) gegenüber «20 Minuten». An der Uni Basel gebe es viele Studierende mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergründen. Die Inhalte der «Weltwoche» seien gegenüber manchen Gruppen teils diskriminierend und beleidigend, wird der Skuba-Präsident in der Gratiszeitung zitiert.

«Der Studierendenrat möchte die ‹Weltwoche› an der Uni nicht komplett verbieten», sagt Borter zu «20 Minuten». Der Antrag beziehe sich nur auf die kostenlosen Zusatzausgaben. «Es soll nicht sein, dass bestimmte Medien durch mehr Exemplare eine grössere Plattform erhalten als andere», so Borter gegenüber der Gratiszeitung.

Unverständnis bei der Jungen SVP

Die Junge SVP Basel-Stadt und Baselland äussern sich in einer gemeinsamen Medienmitteilung über den Antrag: Die Parteien seien «fassungslos über die Intoleranz» des Studienrates. «Diese Forderung zeugt von Unduldsamkeit gegenüber Andersdenkenden und schockiert insofern, als sie von gebildeten jungen Menschen gestellt wird», heisst es in der Mitteilung der Jungparteien. Von Studenten könne erwartet werden, dass sie sich auch mit anderen Meinungen als der eigenen auseinandersetzten. «Die Universität ist ein Ort der Bildung und nicht einer der Zensur, wie diese Forderung es darstellt», so die Mitteilung.

Forderung widerspreche der Aufklärung

Roger Köppel, Verleger und Chefredaktor der «Weltwoche», findet es gemäss «20 Minuten» absurd, dass man eine Zeitung verbieten will, nur weil ein paar Artikel anscheinend nicht der Meinung des Studierendenrates entsprächen. Das widerspreche der Aufklärung. «Studierende sollen sich doch mit unterschiedlichen Meinungen auseinandersetzen», wird der SVP-Nationalrat in der Gratiszeitung zitiert. «Die Weltwoche bietet das breiteste Meinungsspektrum der Schweiz. Rassistische, islamophobe und rechtspopulistische Inhalte haben nichts mit dem Inhalt der Weltwoche zu tun», so Köppel.

 Antrag hat nicht oberste Priorität

«Wir haben Kenntnis von diesem Antrag», sagt Matthias Geering, Leiter Kommunikation und Marketing der Universität Basel. Dieser habe jedoch nicht höchste Priorität, da die «Weltwoche» schon seit Jahren in der Universität aufliege. Geering weist zudem gegenüber «Prime News» darauf hin, dass in den Räumlichkeiten der Universität Basel auch andere Zeitschriften zu finden seien, so etwa die «Wochenzeitung», die sich auf der anderen Seite des politischen Spektrums befinde. Das Rektorat werde in den nächsten Wochen über den Antrag entscheiden. (as)