Bei der "Basler Zeitung" (BaZ) hat der stellvertretende Chefredaktor Urs Buess gekündigt. Damit kommt das Blatt nach den Turbulenzen um ein Beratermandat einer Firma Christoph Blochers weiterhin nicht zur Ruhe. Buess bestätigte Angaben der "NZZ am Sonntag" sowie des "Sonntag", dass er gekündigt habe. Er wolle sich zu diesem Schritt jedoch nicht weiter äussern, solange er mit der Redaktion der "BaZ" noch nicht gesprochen habe. Dies soll am Montag geschehen.
Der 58-jährige Buess war bisher als Gegengewicht zu Chefredaktor Markus Somm gesehen worden. Die früheren BaZ-Eingentümer Markus Wagner und Tito Tettamanti hatten den ehemaligen "Weltwoche"-Vize und Blocher-Biographen Somm im letzten August an die Spitze der "BaZ" gesetzt; Buess wurde dessen Stellvertreter. Bereits zuvor war Buess Mitglied der "BaZ"-Chefredaktion gewesen. Zur "BaZ" zurückgekehrt war der aus der Region stammende Buess 2003 nach Jahren als Inlandchef, Mitglied der Chefredaktion und zuletzt Paris-Korrespondent des "Tages-Anzeigers". Bei der "BaZ" tätig gewesen war er schon in den 1980er-Jahren.
Wechsel und Turbulenzen
Laut den zwei Berichten in der Sonntagspresse soll vor der Kündigung von Buess in der vergangenen Woche eine Aussprache zwischen der Redaktion, Chefredaktor Somm und "BaZ"-Verleger Moritz Suter stattgefunden haben. Weder Buess noch die Redaktionskommission wollten dies aber am Sonntag bestätigen. Am 21. Februar hatte die "BaZ" den Abbau von acht Redaktionsstellen aus Spargründen bekannt gegeben, dies nach einem Abbau von 22 Vollstellen vor zwei Jahren.
Die frühere "BaZ"-Verlegerfamilie Hagemann hatte das Zeitungs- und Druckunternehmen im Februar 2010 an Wagner und Tettamanti verkauft. Dass eine Firma Christoph Blochers bei dem Unternehmen ein Beratermandat erhalten hatte, löste später in der Region erhebliche Turbulenzen aus. In der Folge übernahm am 24. November der einstige Crossair-Gründer Moritz Suter die Firma, deren Schulden damals mit rund 100 Millionen Franken beziffert wurden. (sda)