Suche nach Generaldirektor begonnen.

SRG - Nachfolger von Armin Walpen gesucht.

Die SRG hat am Dienstag mit der Suche nach einer Neubesetzung der Stelle von Generaldirektor Armin Walpen begonnen. Dabei sucht das Unternehmen in erster Linie eine führungsstarke Persönlichkeit mit betriebswirtschaftlicher Fachkompetenz. Erst in zweiter Linie sollte die neue Person an der SRG-Spitze über Fernseh- und Multimediaerfahrung verfügen, sagte Verwaltungsratspräsident Jean-Bernard Münch vor den Bundeshausmedien in Bern.

Das Anforderungsprofil sei eigentlich das einer "eierlegenden Wollmilchsau", fuhr er fort. Im Wissen, dass solche Organismen nicht existierten, sucht das grösste Schweizer Unternehmen für elektronische Medien einen Menschen mit Führungserfahrung in einem Grossunternehmen. Zudem sollte er oder sie eine Leaderpersönlichkeit mit hoher Sensibilität für die helvetischen Gegebenheiten sein sowie ein überzeugtes Bekenntnis zum Service public ablegen. Ein hohes Frustrationspotenzial sei ebenfalls empfehlenswert, erklärte Münch. Das Idealalter liegt zwischen 45 und 55 Jahren. Egal sei das Parteibuch und die Herkunft aus einer bestimmten Sprachregion.

Nachdem der letzte Generaldirektor aus der Romandie Marcel Bezençon von 1950 bis 1972 war, kann sich der Verwaltungsratspräsident durchaus wieder einen Romand vorstellen. Der Lohn für Walpens Nachfolger oder die Nachfolgerin werde sich im bisherigen Rahmen, also etwa bei einer halben Million Franken im Jahr zuzüglich Nebenleistungen, bewegen. Die Stelle wird Mitte Oktober in einem Inserat ausgeschrieben. Daneben laufen gezielte Ansprachen möglicher Kandidatinnen und Kandidaten. Beim Findungsprozess steht der SRG ein Head-Hunter-Unternehmen zur Seite. Die Frist für Bewerbungen läuft am 13. November ab.

Der aus Münch, Viktor Baumeler, Jean-François Roth und Ulrich Gygi bestehende Nominationsausschuss erstellt im Januar 2010 eine Shortlist von 5 Personen. Im April sollen dem Verwaltungsrat dann zwei Kandidaturen vorgelegt werden. Die Wahl wird schliesslich im Mai getroffen. Die Delegiertenversammlung bestätigt sie anschliessend. Wahlgremium ist einzig der Verwaltungsrat. Ein neuer stellvertretender Generaldirektor wird erst im Anschluss daran bestimmt. Auch die neuen "Superdirektoren" für die zusammengelegten Aktivitäten der Sprachregionen werden nach Aussage Münchs erst in Zusammenarbeit mit der neuen Generaldirektorin oder dem neuen Generaldirektor bestimmt. (sda)