Suchmaschine will Freund von Zeitungen sein

Google - CEO Schmidt stellt Leserbedürfnisse in den Mittelpunkt.

Google präsentiert sich als "Freund" aller Zeitungen und reagiert auf die von der Associated Press (AP) angekündigten Maßnahmen gegen News-Aggregatoren. Nachdem die AP im Zuge ihrer Jahreshauptversammlung für die Zukunft ein verschärftes Vorgehen gegen Internetanbieter, die unlizenzierten Content verwerten, in Aussicht gestellt hat, versucht Google-Chef Eric Schmidt nun zu beruhigen. Den häufigen Vorwurf, dass das Internet bzw. Google News die Urheberrechte der Zeitungen untergraben würden, will Schmidt so nicht gelten lassen. "Aus unserer Sicht gibt es immer eine Spannung rund um die Frage des 'fairen Gebrauchs' und dabei geht es um die Abwägung von Konsumenteninteressen", so der Google-Chef und ruft die Zeitungen dazu auf, im Sinne der Leserbedürfnisse zu denken.

Google selbst hat für seine News-Suche, die im Laufe der Jahre immer wieder in die Kritik geraten ist, mittlerweile zahlreiche Kooperationen erzielen können, zuletzt auch mit diversen Nachrichtenagenturen. Dennoch bleibt laut Branchenkennern die Frage im Raum, wer letzten Endes tatsächlich von diesen Partnerschaften profitiert - Google oder die Verlage. Schmidt zeigt sich jedenfalls verwundert darüber, dass viele Medien berichteten, die AP greife Google mit ihrer Ankündigung direkt an. Immerhin habe das Unternehmen erst kürzlich Lizenzvereinbarungen mit der Nachrichtenagentur getroffen und könne so die Artikel der AP rechtmäßig verwenden, betont Schmidt.

Obwohl Google in den vergangenen Tagen neuerlich in die Schusslinie einiger Vertreter der Medien- bzw. Zeitungsbranche geraten ist, stellen vor allem jene News-Aggregatoren ein Problem dar, die überhaupt keine Lizenzrechte besitzen und komplette erste Absätze von Artikel bereitstellen, während Google sich meist auf Zeilen beschränkt. Ein Beispiel dafür bietet etwa xoorg.com - die Seite verlinkt auch nicht wie Google News auf die Originalquellen, sondern auf weitere eigene Pages. Erst in einem dritten Schritt gelangt der User zum ursprünglichen Text. AP, die für dieses Jahr mit einem Umsatzrückgang rechnet, will nun jedenfalls ein System entwickeln, das überprüft, ob der Content der Nachrichtenagentur legal im Web verbreitet wird. (pte)