Susanne Wille holt den Titel

Medienmanagerin des Jahres - Das Medienmagazin Schweizer Journalist:in ehrt die SRG-Generaldirektorin für ihre Rolle im Abstimmungskampf und ihre Führung durch den Sparkurs. Franziska Ingold wird zum dritten Mal in Folge Mediensprecherin des Jahres.

Susanne Wille habe massgeblich dazu beigetragen, dass die Halbierungsinitiative deutlich abgelehnt wurde, begründet die Redaktion ihren Entscheid. Es sei ihr gelungen, das Vertrauen in die SRG zu stärken und dem Unternehmen in einer entscheidenden Phase Rückhalt zu verschaffen. Zugleich führe sie die SRG trotz einschneidender Sparmassnahmen umsichtig und suche den Kontakt zu den Redaktionen.

Im Interview mit Chefredaktor Marcus Hebein geht es vor allem um den Umbau nach der Abstimmung. Auf die Kritik aus den Redaktionen sagt Wille: «Da gibt es Kritik, da gibt es Fragen und es passieren auch Fehler. Die aktuelle Phase fordert alle, da gibt es nichts schönzureden. Veränderungen tun weh.» Zu den Abgängen bekannter Journalistinnen und Journalisten wie Susanne Brunner bei SRF sagt sie: «Ich bedauere jeden einzelnen Abgang.» Den Vorwurf, die SRG reagiere damit auf politischen Druck, weist sie zurück: Die SRG sei «kein Spielball der Politik».

Hebein konfrontiert Wille auch mit Stimmen aus den Redaktionen, wonach ihre Kommunikation vorsichtiger geworden sei und zu viele Worthülsen enthalte. «Diese Rückmeldungen nehme ich ernst», sagt sie. «Natürlich spreche ich über Strategie und Organisationsentwicklung heute anders als früher beim Kaffee mit Kollegen.» Im Editorial schreibt Hebein, er könne der Kritik nach seinem Interview «nicht ganz widersprechen». Vom Konkreten ins Allgemeine sei es bei ihr oft nur ein kurzer Weg. «Nur: Genau das ist auch ihre Stärke. Jedenfalls in ihrem jetzigen Job.» Wer die SRG in dieser Phase führe, müsse vermitteln, zuhören und verhandeln.

Als nächste grosse Aufgabe nennt Wille die neue Konzession, die den Leistungsauftrag für zehn Jahre festlegt. Entscheidend sei, «dass wir den Service public ins Digitale übertragen können».

Hattrick für Franziska Ingold

Franziska Ingold, Kommunikationschefin von Bundesrat Albert Rösti im Uvek, steht zum dritten Mal hintereinander an der Spitze der Schweizer Mediensprecher. Sie hat ihr Ergebnis sogar verbessert: Sie kommt auf 7,44 Punkte, nach 7,11 im Vorjahr. Beim dritten Sieg frage sie sich langsam, «ob man einfach meinen Chef so toll findet oder mich», sagt Ingold. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Martin Stucki (Axpo) und Jonathan Fisch (Post).

Die aktuelle Ausgabe ist zugleich eine Jubiläumsausgabe: Die Schweizer Journalist:in wird 20 Jahre alt. Sie ist im Shop des Oberauer-Verlags erhältlich. (cbe)