Susanne Wille moderiert erstmals Wahlsendung

SRF - Man dürfe ihre Meinung durchaus spüren, sagte die 41-Jährige in einem Interview.

Susanne Wille wird am 18. Oktober den Wahlsonntag im Schweizer Fernsehen moderieren. Im Interview mit der Schweiz am Sonntag wünscht sich die 41-jährige «Rundschau»-Reporterin und Moderatorin mehr kritischen Journalismus: «Mehr denn je braucht es vertiefenden Journalismus», sagt sie dem Blatt. «Es kann nicht sein, dass nur noch Copy-Paste-Journalismus betrieben wird.»

Zuschauer dürften ihre Meinung durchaus spüren: «Journalismus der ohne Haltung auskommt, ist nicht der Journalismus, den ich betreiben möchte.» Wille spricht sich auch für mehr Frauen im Journalismus, der Politik und der Wirtschaft aus. Dass in der Schweiz diskutiert worden sei, ob eine Frauenmehrheit im Bundesrat gut oder schlecht sei, habe sie erstaunt. Es sei schade, dass diese Diskussionen noch geführt werden müssten.

Sorgen macht sich Wille auch vor einer Amerikanisierung der Politik: «Man beobachtet immer mehr ‹negative campaigning› wie in den USA», sagt sie. Das sei vor allem auch ein Problem für die Medien, die sich fragen müssten, ob sie auf solche «hässlichen Kampagnen» aufspringen wollten.

Auf die Frage, ob sie gerne eine Polit-Talksendung moderieren möchte, sagt Wille, für sie könne es nie genug Polit-Talks geben. Wille hat zusammen mit ihrem Mann, dem «Tagesschau»-Moderator Franz Fischlin, drei Kinder. Diese fänden die Wahlen enorm spannend. «Die Wahlen sind für sie allerdings noch eher wie ein Champions-League-Match: Wer gewinnt? Welches ist die beste Partei? Wir versuchen nun, ihnen die Schweizer Demokratie ein wenig differenzierter zu erklären.» (pd)

Bild: SRF