Susanne Wille stoppt Dok-Film zu ritueller Gewalt

SRF - Das Schweizer Fernsehen verzichtet auf die Ausstrahlung eines Dokumentarfilms, der Verschwörungserzählungen über Gedankenkontrolle und rituellen Missbrauch enthält.

Wie der Tages-Anzeiger am Montag berichtet, hat SRF-Kulturchefin Susanne Wille bei der Abnahme des Dokumentarfilms «Es geschieht mitten unter uns» Ende 2021 die Reissleine gezogen und sich gegen eine Ausstrahlung entschieden.

Der Film enthalte «zweifellos» verschwörungserzählerische Elemente, begründet SRF-Stabsleiter René Schell den Entscheid gegenüber dem Tages-Anzeiger. Gemeint ist damit das Konstrukt Rituelle Gewalt/Mind Control, das behauptet, dass Täter mit Spezialwissen ihre meist weiblichen Opfer so stark manipulieren können, dass sie damit in den Erinnerungen ihrer Opfer grausame Verbrechen vertuschen können. Tatsächlich konnte dies wissenschaftlich nie nachgewiesen werden. Trotzdem kursiert die Verschwörungserzählung teilweise in der Psychiatrie und der Justiz.

Der Dokumentarfilm wurde von der öffentlichen Hand mit insgesamt 125’000 Franken unterstützt. (sda/nil)