Syndicom und Impressum kritisieren den Stellenabbau scharf

Tamedia - Von einem "schwarzen Tag für die Schweizer Zeitungslandschaft" ist die Rede.

Der Stellenabbau, den Tamedia am Mittwoch als Folge geplanter Umstrukturierungen beim Winterthurer "Landboten" und den anderen Zürcher Regionalzeitungen angekündigt hat (persoenlich.com berichtete), löst bei der Gewerkschaft Syndicom und beim Berufsverband Impressum harsche Kritik aus. Die Gebietsaufteilung unter den grossen Medienhäusern und der fortschreitende Monopolisierungsprozess führten zu einem weiteren "schwarzen Tag für die Schweizer Zeitungslandschaft", schreibt Syndicom in einer Mitteilung. "Ausgerechnet Tamedia, das profitabelste Schweizer Verlagshaus", reduziere mit der weiteren Sparmassnahme die Pressevielfalt und riskiere Einschnitte in die Qualität der Medien.

"Anständiger" Sozialplan gefordert
Der angekündigte Abbau von 25 Stellen sei eine Massenentlassung, schreibt Syndicom und pocht auf die gesetzlichen Mitwirkungsrechte der betroffenen Belegschaften. Personal und Personalvertretungen müssten konsultiert werden. Ziel müsse sein, Kündigungen zu vermeiden beziehungsweise deren Folgen zu mindern. Dazu gehöre die Anwendung eines "anständigen Sozialplans". Syndicom sei mit den Redaktionen in Kontakt. Die Gewerkschaft fordert von Tamedia ein offenes Mitwirkungsverfahren ohne Zeitdruck und die Aufnahme von Verhandlungen über den Sozialplan.

Verzicht auf Entlassungen
Die Journalistenorganisation Impressum fordert von Tamedia, auf Entlassungen zu verzichten, die Medienvielfalt in der Region Zürich zu erhalten und die Zahl der redaktionellen Stellen nicht zu reduzieren. Nach Ansicht von Impressum hat Tamedia als grösster Schweizer Zeitungsverlag eine besondere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. (sda)

Bild: Keystone, Christian Beutler