Am Donnerstagabend ereignete sich eine Tragödie im südfranzösischen Nizza: Nach dem Feuerwerk zum Nationalfeiertag raste ein junger Mann in einem LKW durch die feiernde Menge und tötete dabei über 80 Menschen.
Was auf den sozialen Medien rasch verbreitet wurde, stellte für die Printzeitungen eine grössere Hürde dar; die meisten Zeitungen waren bereits im Druck. Der «Tagesanzeiger» jedoch entschied sich, trotzdem noch die Titelgeschichte auszuwechseln. Da ein Teil der Zeitungen aber bereits gedruckt waren, erschienen am Freitag zwei verschiedene Versionen.
Dies liegt daran, dass der Tagi über einen einheitlichen Redaktionsschluss um 23.15 Uhr verfügt. «Im Anschluss wird die Zeitung gedruckt und fortlaufend ausgeliefert, um die Frühzustellung zu gewährleisten. Bei ausserordentlichen Ereignissen, wie dem gestrigen Anschlag in Nizza, können einzelne Druckplatten während des Produktionsprozesses ausgetauscht und die aktualisierte Berichterstattung noch für einen Teil der Auflage berücksichtigt werden», erklärt Nicole Bänninger, Mediensprecherin von Tamedia gegenüber persoenlich.com. Wer welche Version erhalte, unterliege den logistischen Prozessen.
Nächtliche wichtige Ereignisse sind eine grosse Herausforderung für tagesaktuelle Printzeitungen: So titelte der «Tagesanzeiger» auch beispielsweise bei der Brexit-Abstimmung in der Nacht von Donnerstag auf Freitag die Hochrechnung zur Ablehnung des Referendums, währenddessen es in Wirklichkeit in den frühen Morgenstunden angenommen worden war. (sg)

