Der Chef der deutschen Sozialdemokraten, Sigmar Gabriel, verzichtet auf die Kanzlerkandidatur bei der Bundestagswahl im September. Stattdessen soll Martin Schulz Bundeskanzlerin Angela Merkel im Herbst herausfordern. Diese Verkündung am Dienstagabend war ein Knall.
Die «Tagesschau» wollte eine Einschätzung von ihrem Korrespondenten Adrian Arnold. Dieser stand in der SPD-Parteizentrale in Berlin, als just hinter ihm Gabriel und Schulz eine Pressekonferenz gaben. Offenbar war Arnold den Verantwortlichen aber zu laut. Er wurde von einer Dame wild gestikulierend aufgefordert, leiser zu sein – gut sichtbar im Bild. Arnold befolgte die Order zwar, war aber offenbar nicht leise genug. Schliesslich brach er die Schaltung ab:
Moderator Florian Inhauser versprach, später während der «Tagesschau»-Hauptausgabe erneut nach Berlin zu schalten. Dieses Versprechen wurde eingelöst. Zwischenzeitlich hatte sich Adrian Arnold zusammen mit dem Kameramann und Toningenieur ins Foyer verzogen:
Schaltungen aus Medienkonferenzen sind üblich
Arnold hatte «keinesfalls die Absicht», die offizielle Medienkonferenz zu stören. «Im Saal hiess es um 19.20 Uhr, die Pressekonferenz werde mit Verspätung beginnen. Unsere Schaltung war für 19.32 bis 19.34 Uhr terminiert. So gingen wir davon aus, dass wir Sigmar Gabriel und Martin Schulz nicht in die Quere kommen», sagt Arnold auf Anfrage von persoenlich.com. Der Auftritt der SPD-Politiker begann aber pünktlich.
Die Frau, die wild gestikulierend versucht hatte, Arnold zum Schweigen zu bringen, war sich gar nicht bewusst, dass es sich um eine Live-Schaltung handelte. «Als ich ihr gesagt habe, dass sie soeben mehrere hunderttausend Schweizer Fernsehzuschauer gesehen haben, hat sie gelacht», so Arnold weiter. Schliesslich habe sie sich aber freundlich bedankt, dass die Schaltung abgebrochen wurde.
Live-Schaltungen direkt aus Pressekonferenzen seien üblich, auch bei anderen Sendern, sagt Arnold. «Normalerweise verlaufen solche Schaltungen problemlos.»