Der "Tages-Anzeiger" ist auf dem Weg zu einem Bezahlmodell einen Schritt weiter. Der Verwaltungsrat von Tamedia hat eine vertiefte Prüfung einer Metered Paywall in Auftrag gegeben, wie Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer auf Anfrage von persoenlich.com bestätigt. Die Paywall würde gemäss Tamedia das bisherige kostenlose Angebot von tagesanzeiger.ch/Newsnet ergänzen. "Immer mehr Leserinnen und Leser nutzen den "Tages-Anzeiger " digital und mit Angeboten wie dem iPad verschmelzen die Print- mit den Digital-Inhalten", so Zimmer. "Ein Bezahlmodell könnte eine Brückenfunktion zwischen digitaler Welt und gedruckter Tageszeitung übernehmen."
Wie eine Paywall im Detail ausgestaltet würde, scheint derzeit noch unklar zu sein. Eine Projektgruppe unter der Leitung von Rolf Bollmann, in der unter anderem die "Tages-Anzeiger"-Co-Chefredaktoren Res Strehle, Markus Eisenhut und Newsnet-Chefredaktor Peter Wälty sowie Verlagsleiter Marcel Tappeiner mitarbeiten werden, soll nun bis zum Herbst konkrete Umsetzungsideen entwickeln. Bis dahin soll etwa geklärt werden, wie viel die Leser für die unterschiedlichen Angebote bezahlen müssten und bei welchen Angeboten, ab welchem Datum genau die Bezahlpflicht eingeführt würde.
Gleichzeitig wird auch eine Zusammenarbeit der bisher weitgehend getrennten Online- und Print-Redaktionen von "Tages-Anzeiger" und Newsnet geprüft. "Wenn die Angebote miteinander verschmelzen, stellt sich auch die Frage, was das für die beiden Redaktionen bedeutet", so Zimmer. "Auch die Redaktionen werden enger zusammenrücken." Zur Frage, wie ein solches Zusammenrücken konkret aussehen könnte, wollte sich Zimmer nicht äussern. "Es liegt nun an den Chefredaktionen und der Projektgruppe, Ideen zu entwickeln und die Auswirkungen auf die Organisation zu prüfen." (eh)