Wer ist die Nummer eins im Schweizer Medienmarkt? Für SF-Chefredaktor Ueli Haldimann ist diese Frage schnell beantwortet, nachdem Tamedia vergangene Woche die Espace Media Group geschluckt hat. "Sie [Tamedia] besitzt die meistgelesene Zeitung der Schweiz (20 Minuten), die grösste Regionalzeitung (Tagi), die umsatzstärkste Sonntagszeitung, das hörerstärkste Lokalradio, den grössten Lokal-TV-Sender", konstatiert er in seinem Weblog. Ringier mache zwar insgesamt mehr Umsatz, der Schweiz-Anteil bei der Tamedia sei jedoch grösser.
Ungeachtet des kommerziellen Erfolgs von Tamedia scheint Haldimanns Respekt vor der Leistung seines früheren Arbeitgebers nicht eben gross: Die Übernahme des Berner Verlagshauses durch die Tamedia hält er bloss für ein Indiz mehr, dass es dem Zürcher Medienkonzern an Innovationsgeist fehlt. Ganz im Gegensatz zum Ringier-Verlag, der in Osteuropa fast im Wochenrhythmus neue Zeitschriften und Zeitungen lanciere und auch in der Schweiz mit "heute" oder Cash daily Neues ausprobiere, wachse der Medienkonzern nämlich nur mit Zukäufen. "Seit der Lancierung der SonntagsZeitung vor mehr als 20 Jahren hat der grösste Verlag des Landes keine nennenswerte Eigenentwicklung oder Eigenlancierung mehr zum Erfolg geführt", so Haldimann.