In seiner Mittwochsausgabe wirft der Blick TeleZüri vor, ein "fieses Spiel mit der kranken Schwester" von SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten zu treiben. Aus diesem Grund hat er Arthur Liener, den Ombudsmann der Tamedia, eingeschaltet ( vgl. Interview Markus Gilli). Der Blick wollte von Liener wissen, ob in der Sendung die medienethischen Richtlinien der Tamedia eingehalten wurden. "persoenlich.com" liegt das Antwortschreiben von Liener an die Blick-Redaktion vor.
Auf die Frage, ob es mit den ethischen Richtlinien des Tamedia-Konzerns vereinbar sei, Menschen blosszustellen, antwortete der Ombudsmann: "Ich meine, dass es Sache eines Psychiaters wäre, zu beurteilen ob Frau Kate Amgarten 'psychisch angeschlagen' ist. Ihre eigentliche Frage ist sicherlich berechtigt; ob allerdings der Blick die richtige Instanz für eine ethische Schelte ist, sei dahingestellt. Sie wäre dann mit den ethischen Richtlinien nicht vereinbar, wenn es tatsächlich um eine Blossstellung ginge." Nachdem Frau K. Amgarten an der Teilnahme der Sendung interessiert war, erübrigt sich für Liener jedoch die Frage.
Moderator Markus Gilli war laut Blick "nicht müde geworden", Kate Amgarten immer wieder als Schwester der SF-Unterhaltungschefin zu nennen. Blick wollte von Liener wissen, ob dies ein Fall von Sippenhaft ist. Die Antwort des Ombudsmanns: "Herr Gilli erwähnt in der Sendung Frau Gabriela Amgarten drei Mal; von einem 'nicht müde werden' kann somit wohl kaum die Rede sein. Es ist im Übrigen aus meiner Sicht kein 'Fall von Sippenhaft'. Frau Kate Amgarten ist zum Beispiel voll urteilsfähig".
Zumindest in der Frage des Blicks, ob Gilli am Ende hätte relativierend eingreifen müssen, teilt Liener die Kritik der Boulevardzeitung. Er meint dazu: "Auch hier zur Präzision: Eine einzige Anfrage stammte von einem ernsthaft kranken Menschen. Ich hätte es begrüsst, wenn Herr Gilli in diesem Fall die Antwort von Frau Amgarten noch weiter hinterfragt hätte".
Zum Thema: TeleZüri-Chef Markus Gilli wehrt sich gegen die Vorwürfe des Blicks