Die Medienhäuser Tamedia und Ringier übernehmen gemeinsam die Online-Plattformen jobs.ch und topjobs.ch. Bisher waren die Stellenportale im Besitz der New Yorker Beteiligungsgesellschaft Tiger Global. Ringier und Tamedia teilten am Mittwoch mit, sie würden jeweils 50 Prozent an der jobs.ch Holding übernehmen, die beide Jobportale unter sich vereint. Tamedia werde zudem die eigene Tochterfirma Jobup in die Partnerschaft einbringen. Jobup führt unter anderem die Stellenplattformen jobup.ch, jobwinner.ch und alpha.ch.
Übernahmesumme beträgt 390 Mio. Franken
Die jobs.ch Holding soll weiterhin von Mark Sandmeier geführt werden. Im Jahr 2011 hat sie laut den Angaben einen Umsatz von 45,9 Mio. Fr. erwirtschaftet und besitzt einen Aktienwert von rund 390 Mio. Franken. Diese Übernahmesumme teilen sich Ringier und Tamedia zu gleichen Teilen. Nun muss die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) der Übernahme noch zustimmen. Da die jobs.ch Holding auch eine Beteiligung von 49 Prozent an der österreichischen Online-Jobplattform karriere.at hält, muss auch die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde den Deal noch absegnen.
Geschickter Schachzug
Vontobel-Analyst Andy Schnyder spricht von einem geschickten Schachzug von Tamedia. Mit diesem Schritt werde das Verlagshaus in der Schweiz zum klaren Marktführer im Online-Stellenanzeigenmarkt, sei doch jobup.ch bereits die Nummer zwei im Markt.
Mit jobs.ch - der Nummer eins bei den Stellenportalen - angelten sich Tamedia und Ringier eine der wenigen Wachstums- und Ertragsperlen im Schweizer Medienmarkt, schätzt seinerseits Daniel Bürki von der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Nicht optimal ist gemäss ihm jedoch die Konstruktion mit einer 50:50- Partnerschaft. Der Übernahmepreis ist Bürki zufolge hoch, trage aber der Profitabilität und der Marktstellung von jobs.ch Rechnung. Schnyder von der Bank Vontobel erachtet den Kaufpreis als fair und verweist auf die hohe Rentabilität von jobs.ch. (sda)