Tausende Namen zierten am Mittwoch die Front

20 Minuten - Tamedia wehrt sich gegen den Vorwurf, Medien seien käuflich.

Zwei Seiten gegen die «Käuflichkeit der Medien»: Am Mittwoch ist die Pendlerzeitung 20 Minuten in ungewohnter Aufmachung erschienen. Auf den ersten beiden Seiten waren die Namen von mehreren tausend Gegnern eines SVP-Inserats aufgelistet. Sie alle habe die Crowdfunding-Kampagne «Mir langets!» des Studenten Donat Kaufmann mit einem finanziellen Beitrag unterstützt.

Nebst positiven Reaktionen auf das Projekt wurden in den letzten Tagen auch negative Stimmen laut. Kritikpunkt: Tamedia verdient sich mit den Inseraten der SVP und nun mit jenem von Kaufmann eine goldene Nase. Die Forderung kam auf, das Medienhaus solle die Inserateeinnahmen an ein Hilfswerk oder eine Organisation wie Reporter ohne Grenzen spenden.

Sprecher Christoph Zimmer winkte ab. «Unsere Hauptaufgabe ist nicht, NGOs zu finanzieren», erklärt er gegenüber persoenlich.com. In einem Interview mit der Plattform Watson wehrt er sich gegen den Vorwurf, Medien zeien käuflich: «Unsere Medien sind nicht käuflich, unser Inserate-Raum schon. Hier hat die SVP um Stimmen geworben, hier erhält nun auch Donat Kaufmann Raum für seine Kritik», sagt er.

Über 12'200 Unterstützer

Donat Kaufmann reagierte mit seiner Wemakeit-Aktion auf ein Inserat der SVP, welche Mitte September auf der Titelseite von 20 Minuten ihren Wahlkampfsong beworben hatte. Der Urheber der Aktion wollte ein Zeichen und «auf die absurden Züge des aktuellen Wahlkampfs aufmerksam machen», wie er auf der Crowdfunding-Plattform im Internet schrieb.

Sein Ziel: Bis zum 14. Oktober 138'815 Franken zusammenzubringen, um an diesem Tag die Frontseite von 20 Minuten kaufen zu können. Dies ist ihm gelungen. Dank den mehr als 12'200 Unterstützern kamen insgesamt knapp 147'300 Franken zusammen. Als Folge erschienen nun die Namen der Geldgeber auf den ersten beiden Seiten der Gratiszeitung - begleitet vom Satz: «Aufmerksamkeit kann man kaufen. Unsere Stimmen nicht.» (wid/sda)