Tauziehen um GAV geht weiter

Druckindustrie - Ungleiche Ansichten für Erreichung von Gleichstellung.

Das Tauziehen in der grafischen Industrie geht weiter. Um die Gleichstellung zwischen Mann und Frau zu erreichen, fordern die Gewerkschaften Mindestlohnerhöhungen. Die Arbeitgeber lehnen das ab.

Eine freiwillige Angleichung in den Betrieben erfolge ohnehin nicht, teilte die Gewerkschaft Comedia am Freitag mit. Deshalb brauche es Mindestlohnerhöhungen im Gesamtarbeitsvertrag (GAV), um einen Schritt in Richtung Gleichstellung machen. Die Comedia fordert die Erhöhung der Mindestlöhne auf 3500 Fr. (für ungelernte Einsteigerinnen und Einsteiger) bis 5000 Fr. (für Berufsleute ab dem 10. Berufsjahr). Damit werde für 40 Prozent der Frauen mehr Lohngerechtigkeit erzielt. Der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern belaufe sich auf skandalöse 20 bis 30 Prozent.

Gespräche in Betrieben

Für den Arbeitgeberverband Viscom ist die Gleichstellung zwar wichtig. Und der Grundsatz "Gleicher Lohn für gleich Arbeit", sei bereits gültig. Der Verband setzt aber bei Problemen auf Gespräche auf Betriebsebene. Im Vordergrund stehe vor allem die Schulung von Frauen, teilte Viscom mit. Der von der Gewerkschaft vorgeschlagene Weg gefährde dagegen die Arbeitsplätze.

Die Arbeitnehmer fordern zudem einen automatischen Teuerungsausgleich sowie eine im GAV verankerte Reallohnerhöhung von 200 Franken. Seit 1994 seien die Mindestlöhne in der grafischen Industrie teuerungsbereinigt um 500 bis 1600 Fr. gesunken -- je nach Funktionsstufe. Die Arbeitgeber sehen aber keinen Nachholbedarf. Von 1994 bis 1998 seien die Durchschnittslöhne in der Branche um 1.7 bis 2.6 Prozent gestiegen. Von 1998 bis 2002 seien sie um 5.8 Prozent bei Berufsleuten und 8.3 Prozent bei Hilfsarbeitenden gestiegen.

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