Europäische Fernsehsender, die Schweizer Werbefenster ausstrahlen, sollen ab 2009 nach den Regeln ihres Herkunftslands senden dürfen: das bedeutet, dass diese Sender für Alkohol, Religionen und politische Parteien werben dürften (persoenlich.com" berichtete). Im Gegensatz zu heimischen Sendern. Die Änderung wird nötig, will die Schweiz weiter am EU-Filmförderungsprogramm teilnehmen.
Diese Regelung ruft nun die Schweizer Senderbetreiber auf den Plan. "Wir fordern gleich lange Spiesse für alle", sagt Andreas Meili, Leiter elektronische Medien der Tamedia, zu der auch TeleZüri gehört, im Tages-Anzeiger von Donnerstag. Inländische TV-Stationen dürften keinesfalls diskriminiert werden. Aus finanziellen Überlegungen sei TeleZüri sehr daran interessiert, religiöse und vor allem politische Werbung auszustrahlen, sagt Meili weiter.
Bei der SRG übt man sich noch in Zurückhaltung. "Für eine klare Aussage ist es noch zu früh", lässt sich Sprecher Daniel Steiner von der Tageszeitung zitieren. Die SRG werde den Sachverhalt genau abklären und dann entscheiden, wie sie reagieren werde.
Auf Anfrage von "persoenlich.com" zeigt sich auch 3+-Senderchef Dominik Kaiser empört über die Bevorzugung der ausländischen Sender. "Natürlich fordern auch wir die gleichen Möglichkeiten für Schweizer Sender wie diese für die Werbefenster der deutschen Sender nun erlaubt werden sollen. Deutsche Autofahrer dürfen ja auf der Autobahn auch nicht schneller fahren als wir Schweizer", so Kaiser.
Fernsehwerbung für die "drei Geisseln des Volkes", wie Bundesrat Leuenberger sie nennt, ist in der Schweiz verboten -- mit Ausnahme von Wein, Bier und Most in Lokalradios und Regional-TVs. Das Parlament müsste das Radio- und Fernsehgesetz entsprechend ändern.