Der Tessiner Satirezeitschrift "il Diavolo" droht nach 17 Jahren das Aus. Wenn bis Ende Jahr nicht 300 neue Abonnenten gewonnen würden, müsse man den Laden schliessen, heisst es in der jüngsten Ausgabe des Blattes. Die jährlichen Kosten für die Zeitschrift werden mit 155'060 Franken beziffert. Auf der Einnahmeseite fehlen rund 1000 Franken, um diese Ausgaben decken zu können. Die Abonnentenzahl beträgt rund 2000.
Die Macher des Blattes sind sich bewusst, dass "selbst das Pfarrblatt von Curio" über mehr Abonnenten verfügt. Allerdings kämen auf eine Ausgabe des "Diavolo" fünf bis sechs Leser. Diese Leser werden nun aufgefordert, ein Abonnement zu lösen, um die Zukunft der zwei Mal monatlich erscheinenden Zeitschrift zu sichern. Zu schaffen machen der Redaktion vor allem die steigenden Vertriebskosten: "Die Post hat uns im Würgegriff", heisst es in einem Kommentar.
Sollte der "Diavolo" von der Bildfläche verschwinden, dann dürften vermutlich einige Politiker im Tessin aufatmen. Denn das Blatt nahm regelmässig Vertreter der Politklasse auf die Schippe. "Wir haben uns einen Haufen Feinde gemacht", schreibt der Chefredaktor Corrado Mordasini, der sein Blatt als "kritische, freie Stimme" einstuft. Dafür habe man vielleicht ab und zu den einen oder anderen Leser zum Lachen gebracht. (sda)