Herr Thurnheer, SRF setzt Ihre Show "Benissimo" ab. Man wolle vermehrt auf Events statt auf Showreihen und Sendungen setzen. Können Sie diesen Entscheid nachvollziehen?
Ich habe diesen Entscheid kommen sehen. SRF und Swisslos haben beide neue Chefs, die Neues kreieren wollen. Nur mit Festhalten am Bewährten können sie sich keine Lorbeeren holen.
Hätte es für Sie und SRF nicht mehr Sinn gemacht, nach genau 100 oder z.B. auch 120 Sendungen aufzuhören, statt nach 103?
Die Anzahl Sendungen ist doch ziemlich egal. Eine Sendung mit dem Kalenderjahr auslaufen zu lassen, ist eine von verschiedenen sinnvollen Varianten.
Am Samstag, 24. März, feiern Sie also die 100. Sendung. Wie bereiten Sie sich auf diese spezielle Sendung vor?
Ich bereite mich wie immer vor -- von der Arbeit her ist höchstens die etwas längere Sendezeit anders.
Gibt es schon Pläne für die allerletzte Benissimo-Show?
Die 100. Sendung ist eine Jubiläums-Show, in der natürlich auch zurückgeblickt wird. Das können wir dann in der 103. nicht schon wieder machen. Aber es ist ja jede Sendung irgendwie ein Unikat, das wird auch bei der 103. so sein ohne dass wir etwas Grundlegendes ändern.
Ein Blick zurück: Sie haben in der Sendung unzählige Superstars empfangen. Welches war Ihr persönliches Highlight?
Punkto Echo in der Öffentlichkeit waren die Auftritte von Robbie Williams, Tina Turner, Take That Highlights. Diese haben auch mein persönliches Prestige in die Höhe gehoben, obwohl ich ja gar nichts dafür konnte. Das "Lebendigmachen" von Kunstwerken von Dali, Warhol, Moore, Monet habe ich als "Leistungs"-Highlights wahrgenommen.
Welcher Berühmtheit würden Sie in Ihrem Leben gerne einmal begegnen und warum?
Mark Knopfler und Annie Lennox, weil ich deren Musik besonders mag. David Copperfield, weil er mir dann seine unglaublichen Tricks verraten könnte. Und Shakira, um mein Spanisch zu verbessern.
Wie gehen Sie mit Ihrer eigenen Berühmtheit um? Freut es Sie, wenn Sie auf der Strasse angesprochen werden?
Es geht so, denn leider werde ich wörtlich fast immer gleich angesprochen, was mit der Zeit etwas monoton ist -- aber generell ist das Bekanntsein sicher etwas eher Angenehmes.
Was würden Sie mit einer Benissimo-Million machen?
Bis vor ein paar Jahren hätte ich gesagt: Aufs Sparbüchlein bringen und dann in Aktien und Obligationen anlegen. Aber jetzt würde ich sie wahrscheinlich unter die Matratze legen. Dort trägt sie zwar keine Zinsen, aber sie wäre dafür in einem Jahr immer noch da.
Sie sind nicht nur Showmaster, sondern zudem auch als Sportmoderator sehr bekannt. In welcher Rolle fühlen Sie sich wohler?
Ich bin ein Sportmoderator, der 1980 kurz einen Seitensprung in die Unterhaltung wagte. Nun ist dieser mit 32 Jahren etwas gar lang ausgefallen. Aber jetzt kehre ich doch wieder zu meinen Wurzeln zurück.
Sie sind Zitate-Sammler. Welches Zitat passt im Moment am besten zu Ihnen?
"This is far from over, you haven`t seen the last of me". Dies ist der Refrain eines Songs von Cher aus dem Film Burlesque.
Interview: Corinne Bauer