Thomas Borer erhält erneut Schadenersatz

Ringier - "Blick"-Chef Grosse-Bley wird Stigma Borer nicht los.

Acht Jahr lang war Thomas Borer im "Blick" praktisch ein Tabuthema. Im letzten März feierte der Ex-Botschafter allerdings sein Schlagzeilen-Comeback. Wiederum mit Folgen für Ringier. Das Zürcher Medienhaus zahlt Borer erneut eine Entschädigung. Dies, weil der "Blick" berichtet hatte, beim Ehepaar Borer-Fielding in Thalwil habe es einen Polizeieinsatz gegeben.

Auf die Zahlung einigten sich die Parteien in einem aussergerichtlichen Vergleich. Ringier-Schweiz-Sprecher Stefan Hackh bestätigte am Dienstag eine entsprechende Meldung, die am Mittwoch in der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" erscheint. Über die Höhe der Zahlung und andere Details der Vereinbarung gab er aber keine Auskunft. Auf tagesanzeiger.ch ist jedoch von knapp 100'000 Franken die Rede.

Ringier musste schon einmal eine Entschädigung zahlen. 2002 berichtete der "Sonntags-Blick" über eine angebliche Affäre des damaligen Schweizer Botschafters in Berlin mit einer Visagistin. Das Medienunternehmen entschuldigte sich und zahlte eine Entschädigungssumme.

Den seinerzeitigen Artikel hatte die Ehefrau des damaligen stellvertretenden "SoBli"-Chefredaktors Ralph Grosse-Bley verfasst. Grosse-Bley musste daraufhin den Ringier-Verlag verlassen. Anfang 2009 kam Grosse-Bley zurück, im Juli übernahm er interimistisch die "Blick"-Redaktionsleitung, im März 2010 wurde er definitiv neuer Chefredaktor des "Blick". Im Interview mit "persoenlich" rechtfertigte Grosse-Bley die Borer-Story im März wie folgt: "Es ist immer eine Frage, ob man für einzelne Personen bestimmte Sonderregeln einführt. Grundsätzlich behandeln wir niemanden als Sonderfall. Hätten wir anders gehandelt, wenn Ähnliches bei einem Bundesratsmitglied oder einem bekannten Sportler passiert wäre? Wohl kaum. So war es für uns ein normaler Vorgang."